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Buch II. Ivap. 1. §. 16.
97. So oft sich AVeibchen und Männchen verschiedener Artenvermischen, —• es vermischen sich aber die, deren Zeiten ganz,deren Schwangerschaften fast gleich, und deren Grösse nicht sehrverschieden ist —, so entsteht zuerst ein der Aehnlichkeit nachbeiden Gemeinsames, z. B. die Bastarde des Fuchses und Hundes,des Rebhuhns und Haushahns; mit der Zeit aber nehmen endlichauch die von ungleichen Aeltern ungleich Entsprungenen die Ge-stalt der Mutter an, wie ausländische Samen die (Einwirkung) derGegend. Denn diese ist es, die den Samen die Materie und denKörper darbietet.
98. Wie die Gewächse des Bodens, bedienen sich die Em-bryonen des Uterus.
99. "Weshalb die Kapper nicht gut auf bearbeitetem Landegedeiht? — Viele haben es versucht, sowohl die Wurzeln zu ver-pflanzen, wie auch die Samen auszustreuen ; denn hie und dalohnt sie besser als Rosen; aber sie wächst vorzüglich an Gräbern,weil das vor andern wenig betretene Orte sind. Hierbei und beidergleichen muss man annehmen, dass nicht alles von einerleiMaterie wird und wächst, sondern einiges wird und erwächst ausder Verderbniss anderer und aus seinem besondern Unrrunde(durch generatio aequivoca), wie die Läuse und die Haare aufdein Körper nach verdorbener Nahrung und fortdauernder schlechterHaltung. Wie nun im oder am Körper einiges entsteht aus demUeberrest der Nahrung, der sicher ungar ist, und den die Naturnicht überwältigen konnte, — was zunächst zur Hand ist, wirdin die Harnblase und den Bauch ausgeschieden, aus einigem aberentstehen Thiere, die daher im Alter und bei Krankheiten zu-nehmen — : so wird und erwächst auch in der Erde einiges ausgar gewordener Nahrung, anderes aus Ueberresten oder anderemvon entgegengesetzter Beschaffenheit. Der Landbau macht die
97) De genernt, animal. II, cap. 4. pag. 738 b.
98) Politic. VII , cap. 16. pag. 1335 b.
99) Problemat. XX, Xo. 12. pag. 924 a. Ob ein acht aristotelisches Werk,ist sehr zweifelhaft.