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Erster Band.
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Buch II. Kap. 2. §. 18.

der Pflanzen hatte er sehr wenig untersucht.“ Und in der That,so wenig wir von einer Menagerie des Aristoteles wissen, ebenso wenig wissen wir von einem botanischen Garten des Theo-phrastos. Zunächst diente der Garten mit seiner Säulenhalle un-streitig ihm und seinen Schülern zum Versammlungsort. Enthielter aber auch nur Obstbäume, Gemüse und einige Kranzpflanzen(so nannten die Griechen, was wir Zierpilanzen nennen), wer kannzweifeln, dass Thcophrastos sic nicht zu manniehfachen Beobach-tungen sollte benutzt haben?

Ueberhaupt hatte Thcophrastos vor andern das Schicksal,bald bis in den Himmel erhoben, bald rücksichtslos verkleinert,selten unbefangen und nach Verdienst gewürdigt zu werden. An-statt nun auch mir ein entscheidendes Urtheil anzumassen, willich meine Leser mit seinen botanischen Schriften wenigstens soweit bekannt zu machen suchen, dass sich jeder ein eigenes Ur-theil über ihn zu bilden im Stande ist. Ucbcr seine Leistungenin andern Zweigen der Naturwissenschaft und der Philosophie seimir dagegen kurz hinweg zu gehen vergönnt.

§. 18.

Thcophrastos als Schriftsteller.

Dürften wir dem Diogenes Laertios trauen, so hätte I heo-phrastos 227 Werke in 230,808 Zeilen hinterlassen, also der Zahlnach weit mehr, dem Phnfange nach etwa halb so viel wie Aristo-teles . Allein vier mal hebt in dem langen Titel-Verzeiclmissdie alphabetisch angelegte, wenn gleich nicht streng eingehalteneAufzählung von vorn an, und eben so oft wiederholen sich einigeTitel theils wörtlich, tlieils mit geringer Abweichung. Es sindalso vier Verzeichnisse, welche Diogenes ohne, was die frühemschon enthielten, aus den folgenden wegzulassen, sorglos zusammen-gefiigt hat; und dennoch fehlen einige von andern Schriftstellerncitirte Werke. Mitunter werden auch offenbar dieselben M erkevon verschiedenen Schriftstellern unter verschiedenen Titeln citirt,