171
Buch II. Kap. 2. §. 20.
Nach dieser unsrer Abschweifung, der die unsers Auctors anLänge nichts nachgiebt, kehren wir zur Inhaltsanzeige zurück.
Kap. 17. Das Garwerden der Fruchthülle erfolge beieinigen Pflanzen früher, bei andern später; Kap. 18, was zumTheil vom Boden abhänge. Kap. 10. Aber auch Fruchthülle undSame reiften nicht immer zugleich, denn der Reitling jener kommedie Kunst zu Hülfe. Kap. 20. Einige Bäume trügen ihre Fruchtan den vorjährigen, andre an den diesjährigen Zweigen, doch anjenen niemals, ohne sich wenigstens einen Stiel neu zu bilden;die Palme trüge an den Feberresten des Vorjahrs. Auch trügeneinige Bäume jährlich, andre Jahr um Jahr. Kap.21. DieFrucht-h ü 11 e sei vor der Frucht und dem Samen, wie alles, was wegeneines andern sei; denn sic sei der Frucht und des Samens wegen.Hier behauptet Theophrastos also selbst, dass das Fleisch derFruchthülle doch einen andern Naturzweck hat als den, verspeisetzu werden. Dass Fruchthülle (pericarpium) bei ihm nur das ess-bare Fleisch bedeute, welches das kapselartige Kernhaus des Apfels,den nussartigen Kern der Pflaume oder die Samen der Beere ein-schliesst, werden die Leser längst bemerkt haben.
In diesem und dem folgenden Kapitel nimmt er endlich Ge-legenheit über die Zeichen der vermeinten arme oder Kälteder Pflanzen zu sprechen, auf die er, nebst Feuchtigkeit undTrockenheit, fast alle Erscheinungen au der Pflanze zurückführt.Aus ihren Wirkungen, meint er, müsse man auf die V änne schlies-sen. Menestor habe fünf Zeichen derselben angegeben: 1. warmePflanzen wären fruchtbarer; 2. sie lebten vornehmlich im A\ asser,so wie die kälteren Pflanzen in wärmeren Gegenden; b. sie keim-ten und reiften frühzeitig; 4. sie verlören ihre Blätter nicht; b. sicbrennten gut, und fingen leicht Feuer. Diese Zeichen erkenntaber Theophrastos in Kap. 22 nicht an, sondern zeigt, dass sieeinander zum Theil sogar widersprechen. Sicherer findet er fol-gende; Fettigkeit Schärfe Geruch. Damit begabte Pflanzen ge-riethen auch leicht in Brand. Warm wäre aber auch die Lindeund alle, deren Holz die Axt schnell abstumpfe; ferner die, welchegenossen den Körper erwärmen; endlich die sich warm anfühlen