Band 
Erster Band.
Seite
189
JPEG-Download
 

Buch II. Kap. 3. §. 23.

189

Drittes Kapitel.

Andere Peripatetiker.

§• 23.

Phanias von Eresos.

Nächst Theophrastos ist nur noch dreier um die Botanik ver-dienter Peripatetiker zu gedenken, von denen sich doch etwas mehrals die blossen Namen und Titel ihrer Bücher erhalten hat, desPhanias , des Dikäarchos und des Verfassers des mit Unrecht demAristoteles zugeschriebenen "Werkes von den Farben.

Phanias oder, wie er fast eben so oft genannt wird, Phä-nias der Peripatetiker, nicht zu verwechseln mit dem jüngernPhanias , dem Stoiker und Freunde des Alexandriners Posidonios,war gleich Theophrastos zu Eresos um das Jahr 360 v. Chr.geboren '), und ein unmittelbarer Schüler des Aristoteles . In demVerzeichniss der Schriften des Theophrastos bei Diogenes Laer-tios kommt auch ein Schreiben desselben an den Phanias vor,woraus ich folgern möchte, dass nicht beide an demselben Ortelebten. Ist der Phanias , der von den sicilianischen Tyrannen ge-schrieben, mit dem unsrigen, wie man kaum zweifeln kann 1 2 ), iden-tisch, so lässt sich vermuthen, dass er wenigstens einen Theil sei-nes Lebens in Sicilien zugebracht habe.

Ausser philosophischen historischen und literarhistorischenSchriften wird auch sein Werk von den Pflanzen genannt^woraus sich zwar nur wenige Stellen bei Athenäos erhielten, dochgenug, um uns den Verlust des Ganzen desto schmerzlicher empfin-den zu lassen. Besonders den Gestalten der Früchte scheint erseine Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Dass aber in desAthenäos Beschreibung eines Gastmals vorzugsweise solche Stellen

1) Ebert , Jo. Er. dissertationes Siculae. /, Regimoniii 1823. 8. pag. 81,worauf ein Verzeichniss seiner Schriften folgt.

2) Vergl. Ebert L c. jmg. 89.