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Dritter Band.
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Buch XI. Kap. 3. §. 62.

§. 62.

W a 1 a f r i d u s S t r a b u s.

Eine nicht so imposante, aber anmuthige Erscheinung ist"Wal afridus Strabus, des Hrabanus Schüler, den Andre langevor mir in die Geschichte der Botanik einführten. Unter den vieleneinander oft widersprechenden Darstellungen seines einfachen Lebensvon alten und jungen Schriftstellern finde ich die in der ITistoireliteraire de la France tom. V, pag. 59 mit den mir selbst zugäng-lichen Quellen am genauesten übereinstimmend. Doch werde ichauch Andre nicht unbeachtet lassen Möchte er doch einen solchenBiographen wie sein Lehrer finden! Es ist hier noch viel zu thunübrig, und er verdient es.

Ob man ihn besser Strabus oder Strabo nennt, ist unge-gewiss; er selbst nennt sich in seinen lateinischen Gedichten, wiees zum Versmaass passt, bald so, bald so; doch einmal 1 ) erklärter sehr bestimmt:

Edidit haec Strabus, parvissima portio fratrum,

Augiae quos vestris insula alit precibus.

Strabonem quamquam dicendum regula clamet,

Strabum me ipse volo dicere: Strabus ero.

Stände fest, was man so oft behauptet hat, dass ihm der Beinamegegeben sei, weil er schielte, so wäre Strabo das Richtige, obgleichman im Mittelalter in gleicher Bedeutung auch strabus sagte. Alleinder einzige Beweis, auf den man diese Meinung zu gründen pflegt,nämlich dass er sich selbst einmal hebes nennt, kann eben so gutauf Schwächlichkeit des Körpers überhaupt bezogen werden; undleicht kann die Sage, er habe geschielt, aus dem Namen, den erführte, entstanden sein. Dass er von Geburt ein Schwabe war,bezeugt er selbst, indem er in der Vorrede zum Leben des heili-gen Gallus von dem Lande spricht, „quam nos Alemanni vel Suevi

1) Aus dem Gedicht ad Grimaldum magistrum abgedruckt bei Mabillonannal. ord . St. Idenedicti 77, po>g> 495; auch bei Meuss in der gleich anzufuh-renden Schrift pag. *?, not. 12 , wo aber im ersten Verse unrichtig Strabo stattStrabus steht. Eben so bei Choulant.