Die Beziehungen des Polarlichts zu der Witterung. 235
atmosphärische Erscheinung, befindet sich deren Sitzin der Lufthülle der Erde, was nach früher Gesag-tem weitaus mehr Wahrscheinlichkeit für sich hat alsdas Gegentheil, so müssen die Witterungsverhältnisseihren Einfluss entschieden geltend machen. Die demPolarlichte zugeschriebenen Einflüsse auf jene sinddann höchstens scheinbare, durch die meteorologischenVorgänge selbst bedingte. Die Widersprüche, wie wirsie oben kennen lernten, finden dann in dem ewigenWechsel der in unserer Atmosphäre vor sich gehendenVeränderungen ihre einfache Erklärung.
Wenn in einzelnen Gegenden Wind- und Temperatur-wechsel als die Folge von Polarlichtern angesehen wer-den, so kann das nicht befremden. Da die Sichtbar-keit des Polarlichts, namentlich schwächerer Erschei-nungen, einen mindestens theilweise hellen Himmelerfordert, so werden dieselben sich beim Eintritte derfür die Gegend des Beobachters am meisten Aufheite-rung bringenden Winden auch am häufigsten zeigen.Während somit die Ursache des Sichtbarwerdens in derAenderung der Windrichtung liegt, steht man nicht an,das Scheinbare für die Wirklichkeit und das Nord-oder Südlicht für die Ursache des Windwechsels zunehmen. Mit den Windwechseln hängen Temperatur-und Witterungsänderungen unmittelbar zusammen undje nach der geographischen Lage werden dann dieSchlüsse weit voneinander abweichen.
Wenn auch den Polarlichtern keinerlei directer Ein-fluss auf die Witterung zugeschrieben wird, und selbstwenn, was weniger wahrscheinlich ist, die Witterungkeinen Einfluss auf die Bildung der Polarlichter hätte,dann bestehen doch Beziehungen zwischen den letztemund Erscheinungen und Vorgängen in unserer Erd-atmosphäre , welche nicht verkennen lassen, dass diePolarlichterscheinung theils bedingt wird durch in jenerherrschende Verhältnisse, dass sie theils gebundenScheint an bestimmte Vorgänge in derselben oder inihrer Entwickelung von gleichen oder ähnlichen Ur-