Buch 
Das Polarlicht / von Hermann Fritz
Entstehung
Seite
267
JPEG-Download
 

I>ie Lichterscheinungen des Polarlichts.

267

sten an ultravioletten Strahlen zur Ilervorbringung derFluorescenz geeignet ist, noch andere Lichtquellen gibt,welche ganz ähnlich wirken.

Nach den Entdeckungen der merkwürdigen Eigen-schaften der Lichtspectren und namentlich der Aus-bildung der Spectralanalyse durch Bunsen und Kirch-holf (1860) konnte die Untersuchung in dieser Rich-tung nicht ausbleiben. Wenn gründliche Untersuchun-gen bis zum Jahre 1867 unterblieben, so muss einer-seits der allmählichen Entwickelung und Ausbreitungder Spectralanalyse, andererseits und wesentlich demeintretenden Minimum der Polarlichtperiode nach 1862,also kurz nach der Einführung der neuen Beobachtungs-methode dabei Rechnung getragen werden.

Die erste Veröffentlichung über die Untersuchungdes Polar lieh tspectrums stammt von J. A. Ang-ström, der am 15. Februar 1868 in der Gesellschaftder Wissenschaften zu Upsala darüber referirte undsich (nachPoggendorffs Annalen, Bd. 137, 186'J) fol-gendermaassen darüber aussprach:

Man konnte aus den Verknüpfungen der erdmagne-tischen Erscheinungen mit dem Nordlichte annehmen,dass dieses nichts anderes sei, als ein elektrischer Schein,wie er im elektrischen Ei in verdünnter Luft erscheint.Dies ist indessen nicht der Fall. Im Winter 1867 auf1868 konnte ich mehrmals von dem leuchtenden, dasdunkle Segment umsäumenden Bogen, der hei schwa-chem Nordlichte nie fehlt, das Spectrum beobachten.Das Licht war monochromatisch, aus einer ein-zigen hellen Linie bestehend, die links von derbekannten Linie des Calciums, im Gelben gegen dasGrün hin liegt. Durch Messung des Abstandes vondieser Gruppe bestimmte ich die Wellenlänge X = 5567.Ausser dieser Linie, welche mit dem Namen Nord-lichtlinie belegt wurde, deren Intensität relativ sehrgross ist, beobachtete ich nach Erweiterung der SpalteSpuren von drei sehr schwachen Streifen, die sich fastbis F erstreckten. Ein einziges mal, hei sehr schwa-