304 Vierte Clajst. Vierter Abschnitt.
Vtöthe, Trocknen bestehet die Zubereitung dieser Wurzeln Sor»nämlich darin», daß man den äusseren Theil ober di«Rinde durch Dreschen von dem übrigen absondert; die-ser äussere Theil der Wurzeln ist zum Färben der schlich«teste, und wird daher unter dem Namen Muii umeinen viel geringeren Preiß besonders vcrkanft. DasKraut der Pflanze ist ein trefliches Fntkcr für das Viehund die Kühe bekomme» davon reichliche Milch. DaSwas ihrer Wurzel in der Färbcrey vor andern rothenFarben einen Vorzug gibt, ist ihre Beständigkeit, in-dem sich ihre Farbe von der Wolle nicht allein nicht«uswaschen läßt, sondern auch von sauren und alkali-schen Dingen keine sonderliche Veränderung leidet; da-her sie von den Färbern nicht allein bor sich, sondernauch zu verschiedenen andern Farben, um solche dadurchhaltbarer zu machen, gebraucht wird. Auch vermuthetman nicht ohne Grund, daß das bekannte TürkischeHarn seine so vorzüglich dauerhafte rothe Farbe bloßvermittelst der Färberrökhe erhalte, womit es durch einenbisher noch freylich in Europa unbekannten Kunstgriffgefärbct werde. Wegen der aus dem bisherige» zu er-sehenden Wichtigkeit dieser Pflanze haben Miller/ DuHamei/ Gledirsch und einiqe andere geschickte Män-ner von ihrem Bgu und Nutzen besondere Abhand-lungen herausgegeben, deren Lesung denjenigen, welch«Unterricht davon verlangen , zu empfehle» ist. In derArzneykunst wird die Wurzel der Färberrdlhe für ein«röfnendes, den Harn und die mouatllche Reinigungbeförderndes Mittel gehalten, und insonderheit widerdie Gelbsucht, wider Krankheiten der Brust und Harn»tvege,! und in cachcctischen und rachitischen Umständen«ngerühmet. Merkwürdig ist allerdings die Eigenschaftdaß sie zwar keinen beträchtlichen Geruch und Gcschmak^such fonflen keine leicht in die Sinne fallende Wirkung«uf thierische Körper hat, aber doch bey Thieren, denenman sie unter dem Futter eine Zeitlang in Menge znfressen gibt, nicht allein Milch, Urin und Fett, sondern