6z6 Vierte Classe., Fünfter Abschnitt.
Stech. Fächer. Der Stengel, die Zweige »nd die Blätter sind
gpfel^ ziemlich saftig , und ein wenig durchsichtig; letztere sindpünn, adcrichk, und weich, und haben auf der Dbcrfla-che eine dunkelgrüne, und auf der untern eine dlasiqrüueFarbe. Das Vieh und die Schaafe fressen diese Pflan-ze nicht; und nach einigen Beobachtungen sollen die Bie-nen, wenn fit auf >I)-e Blumen sich setze», davon ge.tödct werden« Ihre Blärtcr sind ein wenig klebricht an-zufühlen, haben einen bittern Geschmack, und gebenfrisch, insonderheit wenn man sie zerreibt, einen sehr stin-kenden und betäubenden Geruch von sich; sie wirken so-wohl als die übrigen Theile der Pflanze, bey den Men-schen innerlich, oder glich nur äusserlich gebraucht, .alseines der stärksten narkotischen Gifte, und verursachennach Verhältniß der Dosis, oder der Art und Weise,wie sie gegeben werden, Berauschung, Sinnlosigkeit,Wahnwitz, Rasierey, Schlafsucht, gichkcrichc Bewe-gungen, und den Tod. Auch die Saamcn, ob sie schonkeinen merklichen Geruch, noch Geschmack haben, kom-men doch in den Eigenschaften und Wirkungen mit denübrigen Theilen der Pflanze überein, iiiid sollen bey Er-wachsenen ;ti einem halben P.uintletn genommen eine vor-übergehende Sinnlosigkeit und Wahnw.h zuwege bringen,in einer Dosis von zwey Qiiintlci» aber tödtlich seyn.Da eine gemäßigte Dosis der Saamcn, oder auch an-derer Theile dieser Pflanze blos auf die Sinne» undEinbilSuiigskraft wirket, ohne, wenigsiens bey sonst ge-sunden, die übrigen Funktionen des Körpers merklich zuzerrütten , fo bedieiien sich die Indianer derselben , wiedie Europäer des Weins, um sich bey ihren Gastmah-len damit zu crmiinfmi oder auch wohl gar zu berau-schen. Sie habe» zu diesem Ende insgemein eine Eou-feckion oder Latwerge, welche aus Hanf, Mohnfafk ,und den Saamcn des Stechapfels mit Beyimschnngverschiedener Gewürze und anderer herzstärkenden Dingeverfertiget ist, und wovon Aämpftll eine inerkwürdigeProhe, die er beh feinem Aufenthalte in Dstuiöicn an
sich