669. Gatt. Bilsenkraut. klyoscyainus.
heimlich auf den Ofen lege,,, wodurch die Badende enk. Bilsen»weder einige Stunden in einen lächerlichen Wahnwitz, klaut,oder >„ einen 24 Stunden daurenden Schlaf verfallen.
Auch soll nach glaubwürdigen Berichten aus dieser Pflan-ze die ehmals so berühune Herenfalbe verfertiget wor-den seyn , womit sich die Betrüger oder Betrogene, wel-che diese Rolle spielten, in allerhand Entzückungen undangenehme Traume versetzten. Bragllß meldet, daßdie Zigeuner durch Räuchern mit Bilsenkrautfaamcii dieHühner zu betäuben pflegen, uin sie desto leichter stehlenzu sonnen. In England, sagt Miller/ werden kleineStückchen der Wurzel angereihet, und den Kindern alsein Halbband, um die Schmerzen beym Zahnen dadurchabzuwenden, um den HKs gelegt. Endlich bemerkenwir noch, daß ein ßefdjicticr Gebrauch auch dieses Giftin eine heilsame Arzney jti verwandeln gelehrt hak. Oh-ne der Erfahrungen älterer Aerzte zu gedenken, führenwir nur voriiänilich die prcißwürdige versuche des Herrnvon zArörk au, denen hernach aiich andere gefolgt sind,welche auf eine genaue und bestimmte Weise zeigen, daßdas aus dem ausgepreßten Saft der Blätter bereiteteErkract täglich zu einem, zween, drey bis fünf, manch-mal auch mehreren Granen gegeben, in sehr schwerenund hartnäckigen Krankheiten, in allerhand Schmerzen>in Husten, Dlmfxeyen, Dichtern, Melancholie und Ra-ser.y, und in der fallenden Sucht, zwar freylich nichtiinmer, aber doch manchmal in solchen Fällen, welchedie Wirksamkeit anderer Mittel verspottet hakten, Hülfegeschaft habe. Auch äusserlich leistet entweder das ausden Saamen gepreßte Del, oder das aus dem Krant be-reitete Pflaster in verschiedenen Schmerzen, und hartenGeschwülsten gnke Dienste.
2.) Weisses Bilsenkraut. Hyoscyamus
albus.
Mit gestielten, ausgehöhlten, stumpfen Blattern; und Unterstungcsticltcn Blume», nyofcyamus foliis petio- zeichen;Kinne pstanrensxft. V. 2 h. S s lsrisj