Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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Einleitung

täglichen Sonnenlaufs, bis zur Entdeckung der Uranus. Trabanten, oder der Bewe-gung unsers Fixsteru-Svstems — was für Schritte hat die Sternkunde indessen ge-than, und welche Anstrengung gehörte dazu, sie diesen dornigten Pfad zu führen! Wennauf der einen Seite jede Wissenschaft aufgeboten werden muste, um den Astronomenin ihren Entdeckungen behülflich zu seyn, so ist auf der andern Seite keine, die derAstronomie nicht ihre größer» Fortschritte zu danken hatte; und man braucht eben nichtAstronom zu seyn, um dankbar zu erkennen, daß selbst die gemeinsten Geschäfte desbürgerlichen Lebens auf astronomischen Entdeckungen gegründet sind.

Eine Wissenschaft von solcher Würde, solcher Ausdehnung, solchem Nutzen,verdiente es mit Recht, daß ihr die grösten Geister ihre Kräfte widmeten; und der ge-ringste Arbeiter an diesem großen Gebäude kann in dem süßen Bewustseyn des erha-benen Endzwecks den Lohn seiner Arbeiten finden. Nicht der Glückliche allein, der dieWissenschaft mit wichtigen Entdeckungen bereichert, auch der Arbeitsame, der mehr Lichtund Ordnung in das ganze System dieser Entdeckungen bringt, darf sich schmeicheln,zur Erreichung des großen Zwecks etwas bevgetragen zu haben. Da wegen das ge-nauen Zusammenhangs aller Bewegungen der himmlischen Körper, jede neue Entdek-kuug auf die bis dahin angenommenen Wahrheiten Einstus hat, so ist es besondersalsdenn, wenn eine Reihe wichtiger Entdeckungen Epoche in der Astronomie gemachthat, nothwendig, das ganze System von neuem durchzugehn, und die neuen Wahrhei-ten in ihrer gehörigen Verbindung einzutragen. Eine solche Epoche machte die alcxan-drinische Schule, Tycho, Copernik, Kepler und Newton: die in unsernTagen von Euler, d'Alembcrt, de la Grauge, de la Place und Herschelgemachten Entdeckungen bestimmen das Ende dieses Jahrhunderts zu einer nicht nun-der wichtigen Epoche, wiewol erst künftige Jahrhunderte den ganzen Werth dieser Ent-deckungen werden schätzen können.

Die Astronomie begreift alle wifsemschafrliche Venntnifse von der, Him-melskörpern, mithin sowol von ihrer natürlichen Beschaffenheit als von ihren Be-wegungen. Da aber unsre Kenntnisse von jener nur höchst unvollständig seyn, odersich nur auf Hypothesen gründen können; da sie überdem nur ein Gegenstand bloßerNeugierde, und ohne Nutzen zu seyn scheinen: so versteht man unter Astronomie eigent-lich nur die Wissenschaft von den Bewegungen der himmlischen Körper. UnsreKenntnis hievon kann sich nur auf Beobachtungen gründe», die mit der grösten Ge-nauigkeit und Behutsamkeit angestellt werden müssen, um sichre Resultate zu geben,und durch eine lange Reihe von Jahrhunderten fortgesetzt werden müssen, ehr man diePerioden dieser Bewegungen mit einiger Zuverlässigkeit bestimmen konnte. In keinerWissenschaft kömmt so viel auf die Methode au, wie in der Astronomie. Um ausden Beobachtungen richtige Schlüsse zu zieh», mus mau die Werkzeuge und die Me-thode, deren sich der Beobachter bediente, so wie das Alter jeder Beobachtung kennen;und die Sternkunde kann nur dann Fortschritte machen, wenn d>e Werkzeuge und Be-obachtungs-Methoden zu größrer Vollkommenheit gebracht werden, wenn die Beobach-ter mit ihnen umzuaehn wissen und in allen Kunsto^en geübt sind. Praxis undGeschichte der Astronomie sind daher auch für d,e Theorie unentbehrlich, und ge-

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