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Vielleicht war es mehr eine eoncentrirte Lichtausströmung der Sonne, die freilich ebenfalls bei keiner andernVeranlassung wahrgenommen werden kann. Wir überlassen es der Zukunft, diese und andre Fragen zu erörtern.
Anhang II.
lieber das JErdenlicht im Monde .
§. 105.
Selbst dem unbewaffneten Auge erscheint, einige Tage vor oder nach dem Neumonde, der von der Sonnenicht erleuchtete Theil der Scheibe in einem matten, grauen, doch immer noch hinreichend vom dunkeln Him-melsraume sich unterscheidenden Lichte; und Ferngläser bestätigen diese Erscheinung nicht nur, sondern zeigensie auch noch in den Quadraturen und selbst über diese hinaus. Einige Beobachter haben es noch 3 Tage nachdem ersten Viertel gesehen. Die gröfste Lebhaftigkeit desselben findet Statt, wenn der Mond erst wenige Tagealt, und gleichwohl in tiefer Dämmerung noch hoch genug über dem Horizonte steht um dieses Licht vom Him-melsgrunde noch unterscheiden zu können.
Vier Tage vor und eben so lange nach dem Vollmonde gewahrt man diesen blassen Schimmer auch inlichtstarken Fernröhren nicht mehr.
Da die Intensität dieses matten Lichtes einestheils von der Grüfse des unerleuchteten Theiles der Mond-scheibe, andrerseits von der Dunkelheit unsrer Nacht abhängt, so folgt, dafs es (für die nördliche Erdhalbkugel)am besten sichtbar sein werde, wenn die nördliche Deklination des Mondes beträchtlich gröfser als die der Sonne,und zugleich der Mond wenig erleuchtet ist. Im März und September treffen diese Bedingungen am besten zu-sammen, obgleich sie sich für die tropischen Gegenden das ganze Jahr hindurch noch günstiger stellen.
Es sei uns erlaubt hier einige der gelungensten unsrer Beobachtungen dieses Phänomens anzuführen.
1832 April 4. 7-| h — 8^ h . Alter des Mondes 87 Stunden.
Aristarch erschien sehr deutlich wie ein blasser Stern. Nördlich bei ihm ein ähnlicher, doch ungewisser,sternförmiger Schimmer. Die Glanzgegend des Kepler deutlich, etwas weniger die des Copernicus. — Die Grenzedes Berglandes östlich vom Plato gegen das Mare imbrium zu deutlich; längs des Mondrandes alles heller, nurin verschiedener Breite. Sinus Iridum und Mare humorum durch ihre Begrenzung erkennbar, eben so Grimaldund Riccioli. Auch die grofsen vom Tycho zum Bulliald ziehenden Streifen sind sichtbar, nicht aber Tycho selbst.
1831 Mai 16. 94-—10 h . Alter des Mondes 44 Tag.
Aristarch erscheint hinreichend stark und bestimmt um eine Messung versuchen zu können.
St. Z. 13'- 20' AR. 4 R ,004 vom O. Rande
13 h 28' Deel. 1S R ,728 vom N. Rande (sehr schwierig).
Aufserdem sind sichtbar: Hevel, Grimald, Schikard und einige andre nicht sicher bestimmbare Flecke, Spurendes Copernicus und Kepler , ein Streifen des Tycho durch den Bulliald gehend, das Mare humorum und mehrereStellen der Begrenzung des Oceanus procellarum, der Sinus Iridum und Sinus Roris.
1832 Sept. 21. 15^ h — 16f h . 51 Stunden vor dem Neumonde.
Es sind sichtbar in der Nachtseite:
Das Mare Crisium gut begrenzt. Eine Spur des Posidonius. Deutlich unterscheidet man Menelaus, Plinius , dasPromontorium Archerusia, den Rand des Haemus und Apennin , das Mare imbrium und frigoris. Der Nordwest-rand des Mare Tranquillitatis ist vorzüglich scharf, überhaupt werden alle Maren, die in der Nordseite liegen,gesehen, ln Proclus Gegend ein undeutlicher Lichtschimmer.
Um 17 h 12' noch deutliche Spuren des Erdenlichts17 h 23' sind die Spuren verschwunden17 h 47' Aufgang der Sonne.
1834 März 13. 7^ h . Alter des Mondes 79 Stunden.
Das Dämmerlicht sehr lebhaft. Die Parthien am Nordrande des Mondes vorzüglich deutlich. Aristarchals neblichter Stern, ein nördlich neben ihm liegender matter Fleck und ein nach SO. ziehender kurzer Licht-streif sichtbar. Spuren lichter Flecken im Mare humorum. Aus der Gegend des (nicht siehtharen) Tycho durch-ziehen vier Lichtstreifen die Nachtseite: der grofse westliche, ein nach Süd ziehender und zwei gegen Bulliald.Ueberhaupt bewirkt das Strahlensystem des Tycho einen schwachen Lichtschimmer, doch nicht so stark als diedes Copernicus und Kepler .