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Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
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IO0 Von den Entdeckungen in Nord. II. Abschn.

,,ivird kein Aehle gebrauen unter den Esten ^), denn es„istMeth genung in dem Lande."

,Es ist unter den Estum ein Gebrauch, daß wenn„ein Mann stirbt, er zu Hause unter seinen Magen„und Freunden unverbrannt liegt einen Monath, zu-„weilen auch zwei. Die Könige aber. und die hoch-„geachteten Männer, liegen desto länger, je nachdem„sie ein groß Vermögen haben, zuweilen ein halb Jahr,„bevor sie verbrannt werden. Sie liegen aber über der„Erde in ihren Häusern, und alle die weile, daß die„Leiche drinnen lieget, muß ein Getrinke und Spiele„seyn, bis zu dem Tage, daß sie ihn verbrennen. Den„Tag aber, an welchen sie ihn zu dem Scheiterhaufen„zu tragen willens sind, denn zertheilen sie seine Habe,, welche noch übrig ist, nach dem Getrinke und dem„Spielen, in fünf oder sechs, zuweilen auch mehr (Theile)„je nachdem es die Habe erlaubt. Man legt sie denn„nach jeder Meileweges, den größten Theil von der„Stadt, denn den zweeten, drauf den dritten, bis sie'.„es alles auf jede Meileweges auseinander geleget, und„es muß der kleinste Theil nächst der Stadt gelegt wer-„den, in welcher der todte Mann liegt. '

„Es versammlen sich denn alle die Männer, die„die schnellsten Pferde haben in dem Lande, einen Weg„von fünf oder sechs Meilen von der Habe. Drauf„rennen sie alle nach der Habe. Drauf kommt der„Mann, der das schnellste Pferd hat, zu dem ersten

„Theile

87) König Aelfred merket an, daß die Saufgelage viele Schlägereienveranlasset. Er giebt auch an , woher kein Aehl, das ist Biet/von den Esthen ist gebrauet worden; sie hatten einen solchen lieber-fluß an Honig, daß sie weit leichter Meth als Bier brauen konnten-

88) In den alten Rechtsbüchern findet man noch das Wort Magenstatt Verwandten z. E. in. Magdebnrgischen, Lübische» und Culini,schen Rechte; da nun König Aelfred hier setzt, tu, magum, so be-hielt ich das altdeutsche Wort bei.