Buch 
Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
102
JPEG-Download
 

!v2 Von den Entdeckungen in Nord. Ik.AbschN.

Der hier so wörtlich als möglich übersetzte Theilvon König Aelfreds Erdbeschreibung, ist unstreitig inAnsehung des Nordens von Europa im neunten Jahr-hunderte, ein höchst wichtiges Aktenstück. Da Aelfredin seiner Jugend in Rom gewesen war, wo schon da-mahls die christliche Religion Leute aus allen Landernhinzog, sr mag Aelfred daselbst Materialien zu seinerErdbeschreibung und anderen historischen Kentniffen ge-sammlet haben, die ihm in den damahligen sehr finsterenZeiten in Ansehung der Gelehrsamkeit, einen sehr hohenRang unter den Schriftstellern anweisen. Es bestätigtsich auch aus diesem Bruchstücke, daß die Reisen undRaubzüge der nordischen Seeräuber sehr viel zur Erläu-terung der Lander - und Völkerkunde beigetragen haben.

Die Schiffart war auch bei den nordischen Völkerndamals in sehr grossen Ehren. Man hielte es bei ihnenfür einen besondern Ruhm, selbst den Bau eines Schif-fes, und dessen Vortheile um dieselben feste und dochschnellgehend zu bauen, zu verstehen. Und so wie mandie Arbeiter in Metallen Schmiede nennte, so wurdenauch alle Künstler und Handwerker überhaupt Schmiedegenannt, und ein gewisser Torstein hies daher wegenseiner grossen Erfahrung im Schifbaue der SchiffsiHmrdr. Die Regierung eines Schiffes und das. Ge-schick und die Standhaftigkeit in Führung des Rieinsoder Ruders, waren damals so grosse Vorzüge, daßKönig Harald Hardrade und Graf Rognwald Herrder Orkneys sich rühmten, daß sie so trefijch rudern kon-ten. Jedoch das Rudern war nicht der einzige Weg,die Schiffe fortzubringen; sie hatten dazu auch Seegel.Allein ihre Art dieselben zu gebrauchen, machte sie be-rühmt. Die mehresten Völker des Alterthums, die we-gen der Schiffart bekant waren, gebrauchten die See-gel nur selten, und auch nur, wenn der Wind ihnen

gerade