H- Abschn. zux Zeit des Mittelalters. ! 67
Widder ernähren; wenn nun das Kind über ein-^ahr alt ist, so bringen sie dasselbe am Tage, der dem Götzen^ Ehren gefeiert wird, zum Tempel, und stellen ihn, nebstktn Kinde dem Götzen vor, schlachten drauf den Wid-kochen das Fleisch, und setzen es so lange vor demKotzen nieder, bis sie ihre Gebete hergesagt, darin sie^ Sohn dem Götzen empfehlen, und ihn bitten, den-chben gesund zu erhalten; sie behaupten, der Götze habew der Zeit die ganze Kraft und den Geschmack des Flei-ßes ausgesogcn. Hierauf tragen sie das Fleisch nachAause, und verzehren es mit ihren dazu eingeladenenfreunden und Verwandten, heben aber die KnochenM sorgfältig in einem schönen Gefäße auf. Die Gö-Apnester aber bekommen, als ihr Antheil, den Kopf, dieoüffe, die Eingeweide, das Fell und einen Theil desFisches. Diese Götzendiener beobachten auch beim^erbrennen ihrer Todten ganz besonders Gebräuche.M der verstorbene Mann von Stande, so sprechen sie^i den Astrologen an, erzählen denselben, das Jahr,^ Tag und die Stunde, in welcher der Verstorbene^bohren war; diese nun sehen nach dem Zeichen, demplanet, und Gestirne, unter welchem derselbe ge<^hren war, und bestimmen draus den Tag und^ Stunde, in welcher man ihn verbrennen müste, und^ftrstht der Planste nicht zu der Zeit, so lassen sie den^ichriam eine Woche und auch wohl sechs Monathe lie-: da sie nun denselben müssen im Hause liegen lassen,^ lasse,sie einen Sarg von z Zoll dicken Bohlen ma«, der sehr wohl ineinander gefügt und angestrichendarin» legen sie den Körper mit vielen wohlriechen-dch Harzen, Kampher und andern Spezereien, undDessen alle Fugen mit Pech und Kalch aus, und bebe»?en den Sarg mit seidenem Zeuge. Die ganze Zeit^er, daß der Körper so aufbewahret wird, lassen sie ihmTafel mit Brod, Fleische und Wein besetzen, undL 4 lassen