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Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
175
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Abschn. zur Zeit des Mittelalters. 175

iur Zeit des Vollmondes ein Geschwür, welches der feinsteMuskus ist. Das Fleisch des Thiers ist gut zu Esten.Stares Polo brachte einen Kopf und die Füsse von einemsolchen Thiere, mit sich nach Venedig. Die Einwohnerdes Landes ernähren sich vom Handel, und den Gewer-ben, und es ist eine grosse Menge von Korn bei ihnen.Man muß 2; Tagereisen thun, ehe man ihre Landschaftdurchreisen kan. Es befinden sich in dem Lande Fasanendie noch einmahl so gros sind als die unsrigen, und nuretwas weniges kleiner als die Pfauen. Ihre Schweifs!ind von vier und zwanzig bis dreißig Zoll lang *). Esgiebt auch noch andre Fasanen, von der Grösse undAnsehen der unsrigen, wie auch viele andere Vo-gel anderer Arten, mit dem schönsten Gefieder. DieEinwohner sind Götzendiener, fett, und haben einskleine Nase, schwarzes Haar, und keinen Bart, ausserhin und wieder ein einzelnes Haar im Kinne. Die Frau-enzimmer von Stande, habe» schöne Haare, sind sehrtveis, und an allen Gliedern wohlgestaltet, allein sehrwollüstig. Da die Männer nach hergebrachtem Ge-brauche so viele Frauens heirathen, als sie ernähren kön-nen, so werden bei ihnen nicht die Reichen, sondern blos

die

also in Marco Polos Beschreibung, oder in der Übersetzung einFehler seyn, oder es wäre sein Muskusthier ganz von dem inDersaille lebendig gewesenen Thiere verschieden, so wie auch vondenen ausgestopften, welche ich in Sir Ashtvn Levers Museumgesehen. Daß dieses Thier den Muskus blos zur Zeit des Voll-mondes absondere, und daß solches ein Blutgeschwür sey, gehörtru den Vorurtheilen der Kindheit der Naturgeschichte.

*) Diese grossen Fasanen gehören unstreitig r« dem wunderschönenGeschlechte, welches Anne kkslirmus sri xus nennt, deren man inEuropa nur FlügeiftLern und Schwanzfedern in den Sammlungender Liebhaber bisher gesehen; dagegen ist wohl noch nie das ganzeThier von einem Europäer gesehen worden. Es ist dies um so"iel merkwürdiger, da dieser schöne Vogel nun schon;oo Jghpökkant, und doch nie «st gehörig beschrieben worden.