ll-Abschrr. zur Zeit des Mittelalters. 261
Das Boot mit den Fischern und den zwei Frem-den ging nach der Insel Rustene (Rost, Röstö) aneinem Freitage. Beim Anlanden waren die Eingebohr-ten über die Ankunft der beiden Fremdlinge sehr ver-wundert, verstanden sie aber nicht, ob sie gleich suchten,sich in verschiedenen Sprachen verständlich zu machen,bis zuleht einer'etwas deutsch, mit einem deutschen Prie-ster au/dem Prediger-mönche- Orden zu sprechen anfing,da sie denn erfuhren, wer sie waren und woher sie kamen.Am 2ten Febr. fiel das Fest der Reinigung Mariä aneinem Sonntage ein, und der Priester ermahnete alledie Leute auf Rustene den unglücklichen Fremden mitaller ihrer Kraft beizustehen, indem er ihnen ihr ausge-standenes Ungemach vorstellte und die zweene ganz verhungerten Leute ihnen zeigte. Viele der Gemeine wur-den bis zu Thränen erweicht, und beschlossen sie sogleichabzuhohlen; welches sie den folgenden Tag auch bewerk-stelligten. Denen auf Sann zurückgebkiebenen, wardindessen die Zeit sehr lang, und der Hunger und dieKälte nahm sie so sehr mit, daß sie beinahe halb todtwaren. Die Freude war unbeschreiblich, welche siebeim Anblicke, der sechs angekommnen Böte empfandet.Der Dominicaner-Priester frug, wer der SchiffherrUnter ihnen sey und als sich Cuiirmi zu erkennen gab,so reichte er ihm Rockenbrod zu essen, welches er fürManna hielte und Bier zu trinken. Hierauf nahm erihn bei der Hand, mit Verlangen, sich zweene auszulö-sen , welche mit ihm gehen solten- (Quirini wählte alsoden Franz Omirini aus Kandis und den ChristophFioravanre einen Venetianer, die also alle in dasBoot des vornehmsten Mannes in Rustene sich begaben.Die übrigen wurden in die andern fünf Böte v e-. heilt:ja sie gingen auch noch zu ihrem ersten Lagerplätze unterdem Zeke, und nahmen von denen da zurückgebliebenensihr schwachen Menschen, den einen noch Lebenden
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