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Geschichte der Entdeckungen und Schiffahrten im Norden / von Johann Reinhold Forster
Seite
279
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II. Abschn. zur Zeit des Mittelakters. 279

gegen die sogenannten Feinde des Christenthums, anzu-summen. Alles ward nun bis auf die Kinder, mitfrommer Wuth erfüllt, und lief schaarenweise hin, andiesem verdienstlichen Zuge Theil zu nehmen. Tausen-de kamen elendiglich um, und nach vielem übersiande-nem Ungemache,' wurden sie Besißer eines verwü-steten und ganz von Menschen und Cultur entblößtenLandes, darin« aber Jerusalem, Bethlehem, Nazarethund andere für heilig geachteten Oerter lagen, Konstan-tinopel selbst nebst Cvpern und Griechenland fielen in dieHände der europäischen Christen. Diese grosse Wan,derungen aus abergläubischem Eifer wahnwitziger Chri-sten , welche zum Theil ihren ganzen Zug mit den aller-abscheulichsten Bosheiten und Schandthaten bezeichne-ten, und dem größten Haufen nach, der Abschaum desmenschlichen Geschlechtes waren; verursachten doch imganzen Europa eine Revolution, die wirklich zu grosseFolgen gehabt hat, als daß sie dem Forscher nicht sollteauffallend geworden seyn.

Der begüterte Adel und ihre Oberherren die Zurrsten brauchten Geld zu ihrer Ausrüstung, und zum Un-terhalte auf den langen Zügen, und verkauften daherihre bisher gemißbrauchten Gerechtsame über ihre armenUnterthanen: Tausenden ertheilten sie die Freyheit fürGeld; und verliehen unzähligen Städten grosse Privile-gien; die Macht, sich eigene Obrigkeiten aus ihrenMitteln zu wählen, sich nach eigenen Rechten und Will-kühren zu regieren; nach eigener Willkühr Steuern un-ter sich selbst aufzulegen, und die Befugnis sich selbst zubeschützen: Jeder Bürger konnte nun sein erworbenesVermögen nach seinem Tode, an wen er wollte verma-chen; er konnte heirathen, ohne von irgend seinem Ober-herren erst die Erlaubniß dazu zu erbitten; er durfte fei-gen Kindern nach eigner Willkühr Vormünder setzen,

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