294 Von den Entdeckungen im Nord. II. AbschN.
in ihrer Sprache, nämlich im persischenGlück. Es scheint also daraus dies zu folgen, daßman es für eine vermehrte Pracht hielt, wenn fremdeVölker dem Kaiser in ihrer eigenen Sprache zum neuenJahre Glück wünschten. Ich muthmaße daher, daßdie vom Konstantin angeführten Worte, unstreitig ei-nige Gothische Wörter mit enthalten. Da diese Wor-te von zwei Chören gesungen wurden, so gerieth ichauf den Gedanken ob nicht vielleicht, die GothischenWörter in einer andern Sprache übersetzt vorkämen:und da schien es mir, daß so wie Herr D. Gemmlecschon gezeiget, vieles darunter wirklich Latein ist; unddaß um so viel mehr, da ich fand, daß der zweite Er-klärer der Worte, sie schon gegen über gesehet, alswären sie schon von zwei Chören gesungen worden. Ichhielt es demnach nicht für überflüßig, dies beim Kon-sianrin Porphyrogenet aufbewarte Bruchstück der gothi-schen Sprache zu untersuchen und wo möglich es zu er-läutern. Da wir so wenige Ueberbleibsel dieser Spra-che haben, sind sie alle kostbar, und es scheint daß amKonsiantinopolitanischen Kaiserhofe, die Gothische Leib-wache diese Solennitat so lange begangen, als sie nochwirklich zur Kaiserlichen Leibwache gehörten; da nach"gehends die Gothen theils selten wurden, theils auchden Ruhm der Tapferkeit verkehren hatten, so wurdenFranken und Waringer, Sarazenen, Perser, Farga"ner, Chazaren und andere Völker zur Leibwache ge-braucht, wie solches schon der seel. Reiste schön in derAnmerkung zum Konstantin gezeiget. S. 112. Daßbeim Abschreiben so vieler Wörter aus einer oder meß"reren fremden Sprachen, sich nothwendig einige Fehletmit eingeschlichen haben, daran werden wohl wenige,meiner billigen Leser, zweifeln. Wir wollen also zuerstalle die Worte hintereinander hersetzen und denn ansau-gen, sie so anzuordnen und zu erläutern wie mir es