durch sich die Form von dieser Seite mehr jener des Steines von L'Ai gle nähert. Die beyden Endflächen, den Steinin dieser Haltung betrachtet, sind sehr uneben, sonst ziemlich flach; die obere kleinere und etwas aus dem Mittel ge-rückte zeigt einige kleine, aber ziemlich tiefe Eindrücke; die untere größere, mehr länglicht viereckigte, wird durch dieneue, durch die Abstumpfung gebildete, sehr stumpfe Kante, welche die Fläche der Quere nach in zwey ziemlich gleicheHälften theilt, gewölbt gemacht. Eine der Seitenflächen ist beynahe senkrecht aufgesetzt, ganz flach und eben; die ge-gen über stehende etwas schief, convex und uneben; die dritte sehr schief aufsteigende etwas concav, und dieß eigentlichLurch ein paar verhaltnißmaßig sehr große, aber seichte und sehr breit verlaufende Eindrücke; und die vierte, dieser ge-gen über stehende, ist die verbrochene. Alle diese Flächen bilden sowohl unter sich als vorzüglich mit der Grundfläche,am wenigsten mit der oberen Endfläche, ziemlich scharfe Kanten. Die Rinde scheint auf den ersten Anblick über denganzen Stein durchaus von ganz gleicher Beschaffenheit zu seyn, ist es wohl auch im Wesentlichen, zeigt aber'doch beynäherer Betrachtung einige untergeordnete Modifikationen (i).
An der obern End- und der einen schiefen Seitenfläche ist sie nähmlich von einer ganz eigenen Art, die gleichsamdas Mittel hält zwischen der strahlig und runzlich - aderigen. Der Grund ist matt und etwas graulich-schwarz, und dieAdern, welche mehr vereinzelt stehen, verlängert und nur selten etwas ramificirt sind, wenig zusammen hängen, unddaher kein eigentliches Netz oder Geflecht bilden, sind pechschwarz vdcr pcchbraun, mit einem ähnlichen fettigen Glänze.Sie sind ziemlich stark und grob, so daß die Oberfläche ziemlich rauh erscheint; unter der Loupe erscheinen sie aber wiegekörnt, und aus einzelnen mehr oder weniger dicht an einander gepeiheten und zusammen fließenden Kügelchen oderTröpfchen gebildet, wie kleine Perlcnschnüre (sehr ähnlich der unvollkommenen Rinde D. 2 ; aber nicht auf frischer Bruch-fläche, sondern auf schon überrindetem Grunde; eine Anomalie, die ich bey keinen: Steine von Stannern wiederfinde). An der untern End- oder Grundfläche und an der cvnvexen Seitenfläche zeigt sich dagegen die Rinde zwar voneiner ähnlichen, aber schon mehr ausgesprochen, dichter strahlig-aderigcn Beschaffenheit, von dunkelschwarzer Farbe, undstarkem, etwas seidenartigem Glänze (fast genau so, wie die Rinde an den Seitenflächen des zuvor beschriebenen , undFigur 1 abgebildeten Steines), und zeigt offenbar einen Uebergang in oder vielmehr aus jener zuvor beschriebenen. Ander ebenen Seitenfläche endlich erscheint sie beynahe kohlschwarz, von fettigem, etwas schillerndem Glänze, und zartrunzlicht und verworren, klein und sehr dicht - aderig, unverkennbar als Modifikation oder höherer Grad der letzteren.
Sie bildet übrigens nirgendwo Säume oder Nähte, aber unvollkommen, und zwar im höchsten Grade (D. 3 ),findet sie sich an ein paar äußerst kleinen Stellen, und auf einem, verhältnißmäßig, bedeutend großen Flecke ander obe-ren Endfläche. An allen diesen Stellen scheint aber bloß die bereits gebildet gewesene Rinde, nicht aber ein Stück derMasse des Steines, abgesprungen zu seyn. Nur an der Grundfläche zeigt sich etwas Spur von Erde .
Dieser höchst merkwürdige Stein ist auf seiner Grundfläche liegend vorgestellt, um dessen obere Endfläche — wel-che am regelmäßigsten ist, und seine Form am besten ausspricht — die eine gewölbte Seitenfläche von vorne, und dieschiefe von der einen Seite, zur Ansicht zu bringen.
(,) Wenn man sich die Rinde bey ihrer Entstehung, während ihrer Bildung, und wenigstens einige Zeit während des Falles desSteines, in einem mehr oder weniger flüssige» Zustande denken will (und das muß man wohl, wenigstens bey den Meteor-Steinen von Stannern), und zumahl, wenn man (was man, wie mir dä'ucht, weniger muß noch soll) die Rinde-bildendePotenz aus der Luft selbst (den durch Condensation ausgepreßten und durch Reibung erzeugten Wärmestoff) nehmen will; somuß jeder Stein an seinen verschiedenen Flächen oder Seiten, je nachdem sie, nach dessen Richtung im Falle ( wenn auch eineAchsenbewegung dabey Statt fände, welcher jedoch, ohne der Form zu erwähnen, die Beschaffenheit der Rinde, diese als flüssigangenommen, an den meisten Steinen offenbar widerspricht), mehr oder weniger dem Luftstrome entgegen gestellt waren, we-nigstens eine zwey-, ja wohl dreyfache kleine, untergeordnete Modifikation der Rinde, wenn diese auch über den ganzen Steinvon einer und derselben Hauptbeschaffenheit seyn sollte —> was sie in einzelnen Fällen auch wohl seyn kann — erkennen lasse».Und dieß scheinen wirklich die Meteor-Steine von Stannern, deren Rinde, vermöge ihrer ganz eigenthümlichen Natur undBeschaffenheit, vorzugsweise, ja bis jetzt beynahe ausschließlich geeignet ist diese Modifikationen auszusprechen, zu bestätigen.Ein anderes ist es um jene Hauptverschiedenheiten der Rinde, deren ich in meinem Aufsätze, in Gilbe r t's Annalen Bd. 3>,erwähnt und vier aufgestellt habe; diese rühren von ganz anderen Ursachen her (von der ursprünglichen Form und der individuel-len Beschaffenheit der Oberfläche der Steine; von der Kraft und der Dauer des Rinde-bildenden Prozesses, die durch Höhe, Rich-tung und Schnelligkeit des Falles bey den verschiedenen einzelnen Steinen mannigfaltig verschieden seyn, ja selbst bey ein unddemselben Steine durch wiederhohlte Zerplatzungen oder Lostrennung einzelner Stücke im Falle wieder abgeändert werden kön-nen u. s. w.); und es können deren an einem und demselben Steine (wie dieß der vorhin beschriebene bewährt, und die Figur5 und Tafel 6 Figur 3 und 4 abgebildeten noch deutlicher zeigen) ebenfalls zwey auch drey vorkommen. Daß jede derselben nachobigem ihre eigenen Modifikationen haben müsse, ergibt sich von selbst, und welche Complicationen aus dem zufälligen Zusam-mentreffen mehrerer von diesen und jenen nothwendig entstehen müssen, dieß läßt sich denken.