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Einleitung.
neu, die der Fertigung einer solchen Mondcharte entgegenstehen, ward aber auch durch das Gelingendes Versuchs zur eifrigen Fortsetzung der Arbeit ermuntert.
Durch die Anfertigung der mir nöthigen Instrumente, mit vieler Bereitwilligkeit von dem HerrnInspector Blochmann unterstützt, und durch die Güte des Herrn Professor Frauenhoferin München mit den nöthigen Ferngläsern versehen, konnte ich im Herbst 1822, in meinem inzwi-schen eingerichteten Beobachtungslocale, die Beobachtungen beginnen. Den Ort der Mondberge mög-lichst genau zu bestimmen, unternahm ich die nöthigen Messungen, thcilte die für solche entworfeneBerechnungsform Herrn Professor Encke auf der Sternwarte Sccberg mit, und erhielt von dem-selben mit besonderer Güte und Gefälligkeit die Grundzüge zu der in §, 22. u. f. enthaltenen, durchGenauigkeit und leichte Ausführung gleich vorzüglichen Bercchnungstheoric.
Beschränkt in meiner Zeit war es mir sehr erwünscht, dass Herr Stifts-Kreis-Steuer-EinnehmerOpelt *) **) zu Wurzen , mit grösster Bereitwilligkeit und mit Interesse und Liebe für den beabsichtigtenwissenschaftlichen Zweck, die Ausrechnung der, zur Bestimmung des selenographischen Orts der Mond-berge, gemachten Beobachtungen übernahm, und ich mich nur, zur Ueberzeugung der Richtigkeit,der genauen Durchsicht dieser Rechnungen zu unterziehen brauchte.
§. 4 .
Bei der Sorgfalt, die nach dem verzeiclinetcn Plane die Angabe des Details der Moudländer er-forderte, uud bei der Menge der Messungen konnte ich in zwei Jahren nur den gegenwärtigen, etwafünften Theil des Werks vollenden, da das Abhängen von der Witterung uud dem Stande des Mon-des gegen die Sonne, die Arbeit sehr verzögerte.
Befindet sich nelimlich die Sonne senkrecht über einer zu verzeichnenden Mondgegend, so kann
*) Rudolph Blochmann, ist den 13. December 1784 in Reichstädt bei Dippoldiswalda, wo sein Vater Pfarrerwar, gebohren, befleissigte sich in Dresden der prakt. Mechanik, erhielt Unterricht in der reinen und an-gewandten Mathematik bei dem Hof-Wasserbau-Inspeclor ßräunig und kam im Juni 1806, vom Hrn. Geh.Legat. Ratli u. Ober-Bibliothekar ßeigcl empfohlen, zu dem Herrn von Reichenbach nach München . Erbildete sich unter diesem grossen Mechaniker wissenschaftlich und praktisch für diess Fach, besuchte, seineKenntnisse zu vermehren, die Academie der Wissenschaften und andere vortreffliche Anstalten Münchens ,begleitete 1808 die bei Herrn von Reichenbach für die Sternwarte Ofen gefertigten Instrumente an ihrenBestimmungsort, stellte sie daselbst auf, und übernahm, nach München zuriiekgekehrt, die Leitung desmechanischen Altelier in dem optischen Institute, das Herr Geh. Rath v. Utzschneider in ßenedietbeurenetablirle, wirkte daselbst vereint mit dem bekannten tiefen Forscher Frauenhofer, dessen vortreffliche Gläserdie kostbarsten Instrumente zieren, bis zum Jahre 1818 , kam dann als Inspector beim mathematischen Salonnach Dresden , errichtete daselbst ein eignes Altelier und übt jetzt durch Construirung und Anfertigung ver-schiedener Instrumente und Apparate für mehrere Zweige der Wissenschaft, nützlichen Einfluss aus.
**) Vortheilhaft bekannt durch die kürzlich von ihm hei Arnold in Dresden erschienene Uehersetzung von: Fran-coeur’s Elementar-Lehrbuch der Mechanik, und durch die, diesem geschätzten Werke beigefügten erläu-ternden Anmei’kungen.