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BERECHNUNGS - THEORIE.
§. 22 .
D
ie Grundzüge derselben hatte mir, -wie bereits erwähnt, der Herr Professor Encke auf derSternwarte Seeberg bei Gotha mit seltener Bereitwilligkeit und mit belehrenden aufmunternden Bemer-kungen gütigst mitgethcilt. Möge dieser verdiente unermüdete Forscher den Ihm hiermit öffentlichgebrachten Dank gern aufnehmen und die Anwendung seiner wohldurchdachten Miltheilungen für dieWissenschaft entsprechend finden.
Aus diesen Grundzügen stellte Herr Stifts-Kreis-Steuereinnehmer Opelt in Wurzen die nachste-hende Berechnungsform zusammen, einigte sich mit mir darüber, und berechnete, wie es das Rech-nungsbeispiel $. 27. zeigt, aus meinen Beobachtungen den selenographischen Ort der Mondgebirge.Er vollführte diese Rechnungen mit besonderer Thätigheit, in der besten Ordnung und mit der gröss-ten Genauigkeit. Diess anzuerkennen und Ihm dafür öffentlich den verbindlichsten Dank zu sagen,betrachte ich als eine sehr angenehme Pflicht.
Jede dieser Rechnungen habe ich sorgfaltigst durchgesehen, und bin versichert, dass die Resultatederselben möglichst fehlerfrei sind. Diese und die Original-Beobachtungen theile ich am Schlüsse die-ser Abhandlung, tabellarisch geordnet mit, um die Prüfung derselben möglich zu machen und dieGründlichkeit der ganzen Arbeit zu bestätigen.
$. 23 .
Die selenographischen Längen und Breiten werden, wie die geographischen Ortsbestimmungen, voneinem ersten Meridian und vorn Aerprator des Mondes aus gerechnet. Letzterer ist durch die Rota-tion des Mondes bestimmt, der Meridian aber kann beliebig angenommen werden. Man hat indessallgemein denjenigen zum ersten angenommen, der durch den mittlern Ort des Mondes geht, welcheralso, wenn der Mond sieh in einem Kreise mit stets gleicher Geschwindigkeit um die Erde als Cen-trum bewegte und seine Rotationsaxe auf seiner Bahn senkrecht stünde, die sichtbare Mondscheibeimmer genau in zwei gleiche Theile theilen winde.
Wäre diess der Fall, so lägen die Mondpole stets im höchsten und tiefsten Punkte des schein-
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