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Topographie der sichtbaren Mondoberfläche. Erste Abtheilung / Wilhelm Gotthelf Lohrmann
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Erde und Mond.

d. h. sic bewegt sich so, dass wenn von den Punkten der Bahn, wo sich dieselbe nach gleichen Zeit-abschnitten befindet, Linien nach der Sonne gezogen werden, die dadurch bestimmten Ausschnitte derEllipse gleich grosse Flächenräume haben. Darnach legt die Erde in ihrer Sonnennähe täglich 1° 1 /9", in ihrer Sonnenferne aber, in dieser Zeit 0° 57' 10" zurück.

$. 8 .

Ausser der Bewegung in der Bahn, dreht sich auch die Erde innerhalb 24 Stunden - Sternzcit -einmal um sich selbst oder um ihre Axe. Diese ist gegen die Ebene der Erdbahn - mit Ausnahmegeringer Aenderungen - 66° 32' 16", geneigt.

Aus dieser Neigung und der Bewegung in der Bahn, entstehen die Jahreszeiten und aus demtäglichen Umschwünge der Erde um ihre Axe, Tag und Nacht, und die scheinbare Bewegung allerHimmelskörper am Firmament von Osten nach Westen, in gewissen auf die Axe senkrecht stehendenKreisen - Parallelkreise - genannt.

Derjenige dieser Kreise, der gleichweit von den beiden Polen der Erdaxe entfernt ist, heisst derAequator, und die Entfernung eines Gestirns von diesem, die nördliche oder südliche Abweichung- Declination - desselben.

Der Aequator wird, wie jeder andere Kreis, in 360 Grade gelheilt, und diese Theilung von dem-jenigen Punkte am Firmament gerechnet., wo die Sonne im Frühjahre steht, wenn sie sich genau in der verlängerten Ebene des Erdäquators befindet, und welcher mit 0° 'Y bezeichnet ist. Diejenigengrössten Kreise, welche durch beide Pole gehen, durchschneiden alle Parallelkreise senkrecht, und be-stimmen die Entfernungen der Gestirne von 0° 'V' oder die gerade Aufsteigung derselben.

Die Lage eines Ortes auf der Erde, erkennt man durch die Angabe der Breite und Länge dessel-ben; erstere ist der Abstand vom Erdäqualor, letztere der Meridiammterschied zweyer Orte, in derneuern Zeit gewöhnlich der Abstand von der Königl. Sternwarte in Paris .

§. 9 .

Aehnlich der Erde ist auch ihr Wellnachbar, der Mond, eine dunkele Kugel, die von derSonne erleuchtet wird. Bedeutend kleiner als erstere beträgt ihr Durchmesser, nach den bisherigenMessungen 469 geographische Meilen, ihre Obcrlläehc 691000 Quadratmcilen und ihr körperlicherInhalt 54010000 Cubicmcilen.

Der Mond ist demnach 3, 7 mal im Durchmesser, 13, 5 mal im Flächenraum und 49, 5 mal imkörperlichen Inhalt kleiner als die Erde; und 409 mal im Durchmesser, 167300 mal im Flächen raumund 68566000 mal irn Volumen kleiner als die Sonne.

Um sich die Werthe dieser Zahlen zu versinnlichen, denke man sich eine Kugel von 15 Pariserluss Durchmesser als die Sonne, dann wird eine Kugel so gross als der Kreis in Hg. 3. Taf. A. dieErde, und ciue Kugel so gross als der Kreis in Fig. 8, den Mond in der verhällmssmässigen Grössezur Sonue zeigen.