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Topographie der sichtbaren Mondoberfläche. Erste Abtheilung / Wilhelm Gotthelf Lohrmann
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Beschreibung der Mondländer auf Section II.

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Südöstlich dieser beiden Rillen erkannte ich eine Menge kleiner Gruben. Die grösste derselben istmit bezeichnet, liegt in 32° westlicher Lauge und 9° 20' nördlicher Breite und hat etwa 1Meile im Durchmesser.

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Der grossem Crater in der Fläche des Mare tranquillilatis sind fünf. Unter ihnen benannteich den nach 4 meiner Beobachtungen in 29° / 13" westlicher Länge und 2° 13 / 59 " nördli-cher Breite liegenden mit

Maskelyne, ®) uxn an diesen verdienstvollen englischen Astronomen zu erinnern. Das Gebirgeist nahe kreisförmig, hat einen Durchmesser von 4 Meilen, erhebt sich beträchtlich, doch nicht anallen Stellen gleich hoch, über die Fläche des Mare tranquillilatis, und umgiebt eine tiefe Grube, indereu Mitte sich noch ein Ccntralgebirge befindet Maskelyne ist nur wenig heller als die Umge-bungen und dcsshalb schwer ün Vollmonde zu erkennen.

Oestlich von demselben, im Mare tranquillilatis, befinden sich mehrere Bergadern und kleine Grüb-elten, die sich sämintlich durch helles Licht von der Fläche dieser Ebene trennen.

Nordwestlich von diesem Crater umgeben Gebirgkegcl, die mit dem Hochlande beim Censorinus Zusammenhängen, eine 8 Meilen im Durchmesser grosse kreisförmige Ebene 12 > die sich in der nörd-lichen Gegend ganz mit dem Mare trauquillitatis vereinigt Die Höhcrn dieser Bergkegel und diekleine neben einem derselben liegende Grube, sind 7 ° hell und unterscheiden sich leicht von deranliegenden grauen Ebene. Weiter nordwestlich finden sich in 36° westlicher Länge und 5® und 7°nördlicher Breite, die 7° hellen und ziemlich hohen Berge 13. und 14* Obwohl sie einzeln daste-lien, ist doch bei ihnen noch die ringförmige Bildung zu erkennen. Zwischen diesen Bergen und 12-liegeu noch einige auf der Charte verzeichhete beträchtliche Höhen.

Das Ringgebirge A., welches unter 20' nördlicher Breite und 21° 3CK westlicher Längegelegen ist, übertrifit den Crater Maskelyne nur wenig an Grösse, und hat gleich demselben eiu Cen-tralgebirge. Die Tiefe der Grube ist beträchtlich, und das Raudgcbirge derselben verhältnissmässig hoch.

Dasselbe ist im Vollmonde schwer zu erkennen, weil es nur wenig heller als die umgebende, Fläche des Mare tranquillitatis ist.

*) Nevil Maskelyne ward im Jahre 1732 zu Purton in Wiltsliire in England geboren, ging, nachdemseine Kenntnisse als Mathematiker und Astronom erprobt waren, nach Barbados , um Ilarrisous Seeuhr zuprüfen. Er machte 1763 seine Beobachtungen auf der Insel Barbados und Helena bekannt, und lehrte inseinem Britsh Mariners Guide die Länge auf der See aus der Entfernung des Mondes von den Sternenlinden. Im Jahr 1765 wurde er zum kiinigl. Astronomen in Greenwich ernannt, und beobachtete liier, imBesitz der vollkommensten Instrumente, innerhalb 4C Jahren 90000 Meridian - Durchgänge und 26000 Ze-nith-Distanzen, mit ungemeiner Sorgfalt. Der erste Band dieser Beobachtungen erschien (776 zu London mul noch 3 Baude folgten bis zum Jahre 1810. Er besorgte ferner die Herausgabe des Nautical Almanacoder Schilfskalcnders, der von 1/67 an, jährlich in London erscheint, und machte 1768 seine Untersuchun-gen über den Gang der Ilarrisonsclien Seeuhr bekannt. Sein Tod erfolgte am 9. l'ebr. 1811 zu Greenwich .

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