Beschreibung der Mondländer auf Segtion II.
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Achtungen in 14° 35' 9" 'Westlicher Länge und 10° 22' 39" südlicher Breite. Westlich von ihrbefindet sich einer der hellsten Bergrücken Auf diesem erkannte ich mehrere Grübchen und
zahlreiche Bergkuppen. Er ist 2,5 Meilen breit und bildet ein niederes Kettengebirge, das sich mitden höhern Gebirgen verbindet, die sich von Dollond bis nach 42* i“ einer Länge von 13 Meilenhinziehen. Weiter westlich bis 43 * i sl die Gegend gebirgig, und zeigt bei günstiger Beleuchtung einezahllose Menge von kleinen Bergkuppen und Einsenkungen, die ich bei aller Sorgfalt doch nur in denHauptzügen anzudeuten vermochte. Nur die grossem Gruben und Berge dieser Gegend konnte ichmit der erforderlichen Bestimmtheit zeichnen. Oestlich von Dollond zieht sich eine sehr hohe Ge-birgskette bis 44- > von dieser gehen mehrere Bergarme ab, und bilden mit einigen beträchtlichenBergkegeln eine Verbindung mit dem Rundgebirge 45 ? das 5 Meilen im Durchmesser gross ist, undbei den auf der Südost-Seite vortrelenden Höhen die Spuren einiger kleinen Einsenkungen zeigt. Aufder innern Ebene von 45 ? die 6° hell ist, erheben sich zwei niedere Centralgebirge.
§. 66 .
Delambre. *) Diesen verdienten Astronomen zu ehren, habe ich das, nach 3 meiner Beobach-tungen in 17° 28' 50" westlicher Länge und 2° 0 ' 45" südlicher Breite gelegene, grosse Rund-gebirge nach seinem Namen genannt. Die Abhänge desselben sind nicht sehr steil, bestehen aus meh-reren Schichtungen und Kuppen, und hängen durch viele Bergrücken mit den benachbarten Höhenzusammen. Auf der innern 6° hellen, sehr merkbar vertieften Grubenebene, erheben sich einige Hü-gel, die mit der nördlichsten Kuppe des Randgebirges, auf der ich ein Grübchen erkannte, Zusam-menhängen.
Von allen Seiten mit hellen und hellgrauen Gebirgen und Ländern umgeben, ist Delambre , derein nur wenig lebhafteres Licht hat, bei hoher Beleuchtung schwer zu erkennen. Unter seinen nähernUmgebungen ist besonders die westlich gelegene Gegend bemerkenswerth. Eine Menge nicht unbe-trächtlicher Kettengebirge und mehrere Gruben liegen hier zwischen 46 - 47 ? begrenzen die bei 36 *höher als das Mare tranquillilatis gelegene Ebene, bilden zahlreiche schöne Thäler, und verbinden sich
*) Le Chevalier Delambre, Secretair am Institute für die mathematischen Wissenschaften, Professor derAstronomie am Königl. franz. Collegium, Mitglied beim Längenbureau und bei mehreren Akademien undgelehrten Gesellschaften, Ritter der Ehrenlegion etc. ist geboren zu Amiens am 19. September 1749 undsludirle mit besonderin Eifer lateinische und griechische Sprache und Mathematik. Erst in einem Alter von36 Jahren widmete er sich der Astronomie, und forderte von nun an durch seine ausgezeichneten Arbeitendiese Wissenschaft. Er erhielt 1790 —1792 wegen seiner Tafeln, die die Bahnen des Uranus und der Tra-banten des Jupiters genauer kennen lehrten, den Preis von der Akademie, und bald darauf legte er diesemgrossen Institute auch seine Saturnustafeln vor. Mit Mechain leitete er 1799 die Gradmessuug in Frankreich ,organisirle 1802 das Liceum von Moulin und 1803 das von Lyon . Er starb zu Paris den 19. August 1822.Seine grössten Werke sind: 1.) Traile d’astronomie theorique et pratique, 3 Vol. in 4to. 1814.; 2.) Hi-sl.oire de l’astronomie ancienne, 2 Vol. 4to. 1817.; 3.) Histoire do l’astronomie du moyen age. l Vol. 4lo.1819.; 4.) Histoire de l’astronomie moderne. 2 Vol. 4to. 1821. Ausserdem lieferte er zahlreiche wissen-schaftliche Aufsätze in verschiedene Zeitschriften, und gab mehrere Tafeln heraus.