Buch 
Topographie der sichtbaren Mondoberfläche. Erste Abtheilung / Wilhelm Gotthelf Lohrmann
Entstehung
Seite
103
JPEG-Download
 

Beschreibung der Mondländer auf Segtion IV.

103

(

$. 116.

ITuygeilS. *) Dieses Gebirge der Apcimincn erreicht nach Schröters vierfachen BeobachtungenTh. I. S. 239240.) bei G4- die Höhe von 19004 Pariser fass, übersteigt also alle bis jetzt er-wähnte Mondgebirge und kommt an Höhe fast unserm Chimborazo gleich. Es zeigt auf seinem 10Meilen langen, durch glänzende Helligkeit ausgezeichneten Rücken ein tiefes Grübchen, und seineBiegungen bilden mehrere Thäler, die theils dem Mare imbrium zugehen, tlicils auch sich in denThalgrund Q5- ziehen, der eine hellgraue Farbe hat und am Fasse der Gebirge einige Hügelreihenund weiter südlich ein helles tiefes Grübchen mit erhöheten Rändern zeigt, und von hier, sich ver-engend zwischen hohen Gebirgen, in einer Schlucht dem Marc vaporum zugeht. Die Gebirge desHuygens reihen sich südlich an das Kettengebirge QQ. an, und umgeben mit dessen nördlich gehen-den, mehrfach durch Schluchten getrennten Bergarmen, eine nach O. zu gelegene Hochebeue, vonwelcher ein Thal dem Marc imbrium zugehet.

N.) Dieser Thcil der Apcnnincn-Gcbirge grenzt an das Mare vapornm und besteht zunächst aus der18 Meilen langen und 3 Meilen breiten Bergkette G6 - G7- Diese ist mit Huygens vereinigt, in dessenNähe am höchsten, wird weiterhin niedriger und endigt bei der aus dem Mare vaporum hell vertre-tenden Bergkuppe G7- Sie theilt sich in einige zum Theil parallele Bergrücken ab, zeigt auf dieseneine Menge vorstehender Bergkuppen und mehrere Grübchen, unter denen das bei G6- am 'leisten undam hellsten ist.

Christian Huygens wurde zu Haag in Holland am 14. April 1629 geboren, und hat sich 'durch seineForschungen in der Mathematik und Astronomie die grössten Verdienste erworben. Nachdem er bereits infrühester Jugend seine Talente für die mathematischen Wissenschaften gezeigt hatte, ging er im 1 Gun Jahrenach Leyden, um die Rechte zu sludiren, und vervollkommnete sich hier, wie in Bredow, wo er sich vomJahre 104G1648 an der Universität aufhielt, in seiner Liebiingswissenschaft, der Mathematik, und gabbereits 1651 eine Schrift über die krummen Linien heraus. 1655 reisLe er nach Frankreich , beschäftigte sichnach seiner Rückkehr mit dem Verfertigen grosser Objectivgläser, entdeckte mit einem solchen vou 12 FassBrennweite den 6tcn Saturnusmond und machte diese Entdeckung 1656 bekannt. Galilaei hatte auf die Nütz-lichkeit der Pendel hei Uhren aufmerksam gemacht; Huygens führte diese Idee aus, und konnte 1657 diesefür die Astronomie so wichtige Erlindnng vollständig mitlhcilen, und auf den Gebrauch derselben hei L.iix-genl>esl.immungen aufmerksam machen. Im Jahr 1659 halle Huygens ein Objoctiv von 22 Fuss Brennweite,das den Gegenstand 100 mal zu vergrössern erlaubte, zu Staude gebracht. Er überzeugte sich jetzt, dassder Saturn von einem Ringe umgehen sey, und sagte das Verschwinden desselben für 1(571 liclilig voiher.Nachdem er 1660 Frankreich , und 1661 England besucht hatte, erhielL er 1665 einen Ruf nach Paris , undging in folgendem Jahre dahin. Hier gab er 1673 sein Horologium oscillatorium, das Ludwig XIV. gewid-met war, heraus, beschäftigte sich viel mit der Optik und Physik, besonders aber mit den Eigenschaftendes Lichts und der Schwere, und machte seine Entdeckungen hierüber bekannt. Er vervollkommnete da.?Barometer, fertigte ein Niveau mit Fernrohr und ging endlich 1681 nach Holland zurück. Hiei brachte erein Objectiv vou 170 und ein anderes von 210 Fuss Brennweite zu Stande, F.r stellte Untersu« Innigen überdie Entfernung der Fixsterne an und fand den Sirius 27664 mal vvcilei als die Sonne. Sein Fod erfolgte zuHaag den 8. Juli 1695. Huygens war Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften und hat sich die grösstenVerdienste um die höhere Geometrie, Mathematik und insbesondre um die Aslionomie ei worben.