Vorrede. 8,858
den Univerſitaͤten und hohen Schulen iſt ſowohl aus derAnſtalt ſelbſt, aus der Vorſorge vor dieſelben, und ausunzaͤhligen daruͤber geſchehenen Erklaͤrungen ganz unlaͤug-bar. Wenn man lediglich den Endzweck haͤtte, dieWiſſenſchaften zu befoͤrdern, den Verſtand der Unter-thanen zu verbeſſern, und die menſchliche Erkenntniß, inAnſehung ihres natuͤrlichen Zuſtandes, zu erweitern: ſowuürde man keiner oͤffentlichen, auf Koſten des Staatszu unterhaltenden Anſtalten, beduͤrfen. Man koͤnnte dieGelehrſamkeit ohne allen Nachtheil des gemeinen We-ſens lediglich ſich ſelbſt überlaſſen. Die Gelehrten koͤnn-ten vor ſich ſelbſt, wie chedem die alten Weltweiſen, ihreSchulen eroͤffnen; und alles, was man von der Regie-rung zu Befoͤrderung der Wiſſenſchaften verlangen koͤnn-te, wuͤrde auf Kennzeichen der Hochachtung ankommen,die ſie denjenigen Gelehrten zu erweiſen haͤtte, welche ſichin der Erweiterung der menſchlichen Erkenntniß am mei-ſten hervor thun wuͤrden.
Aus dieſem unleaͤugbaren Endzwecke der Univerſitaͤtenund hohen Schulen folget, deucht mich, ganz offenbar,daß es eine der vornehmſten Beſchaͤfftigung dieſer Anſtal-ten ſeyn muͤſſe, die öoͤkonomiſchen und Cameralwiſſen-ſchaften zu lehren. Ich habe vorhin gezeiget, daß dieſeWiſſenſchaften unter die nothwendige Erkenntniß gehoͤ-ren, und daß ſie in dem buͤrgerlichen Leben unentbehrlichund in der Verfaſſung des Staats von dem wichtigſtenNutzen ſind. Da nun die Univerſitaͤten die Jugend vor-nehmlich ſolchergeſtalt unterrichten ſollen, daß ſie dereinſtals Bediente des Staats und als vechtſchaffene Buürgerdem gemeinen Weſen nůtzliche Dienſte zu leiſten, und ih-re Pflichten vollkommen zu erfuͤllen im Stande ſind: ſomuͤſſen die oͤkonomiſchen und Cameralwiſſenſchaften, durchderen Kenntniß junge Leute vornehmlich in dieſen Standgeſetzet werden, allerdings eines der vornehmſten Augen-merke auf Univerſitaͤten ſeyn. Jedoch es iſt noͤthig, daßich dieſes noch etwas mehr erlaͤutere.
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