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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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38
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Z8 Don den allgemeinen Grundsätzen

§. ro.

Die mvnarchi- Es kann durch zulängliche Gründe leichj erwiesenrungDrm ist werden, daß die monarchische Regierungsform *)den übrigen in Ansehung der Geschwindigkeit, womit die Mittel»oriujiebcn. ^ Glückseligkeit des Staats ergriffen werden kön-nen, und weil hierbey viele innerliche Bewegungenund Unordnungen zu vermeiden sind, allen andernRegierungsformen ungleich vorzuziehen ist. Es istauch gewiß, daß ein einziger guter Monarch so vielGutes stiften kann, als frene Republiken in Jahr-hunderten nicht zu Stande bringen können.

*) Man kann nicht leugnen, daß die monarchischeNegierungsform sehr gemiobraucher werden, undden Unterthanen zu großem Elend und Unglückgereichen kann. Wollte auch Gott, es warennicht so viel Beyspiele tvrannischer und übelgcführ-ter Alleinherrschaften vorhanden, als sich leider inden Geschichten finden. Mein findet man wohlweniger Beyspiele in den Geschichten von Elendund Unglück, so durch die Regierung der Vorneh-men und des Volkes entstanden ist? Meines Tr-achtens hat hierinnen keine Regierungsform derandern etwas vorzuwerfen. Es kömmt nicht aufden Misbranch, sondern auf die wesentlichen Vor-züge an, die eine Art vor der andern in Verwal-tung der Angelegenheiten des Staats bat: undda kann man meines Erachtens der Monarchieden Vorzug nicht streitig machen; es sey denn,daß die Natur gleichsam ein Land zur republika-nischen Freyheit besonders gebildet hatte, wie manvon der Schwer; sagen karrn. Der Misbrauchund die Unordnung in einer Beherrschungsart ent-stehen aus der Beschaffenheit der Zeiten, und derWildheit der Leidenschaften bey dcnenjenigen, diean der Regierung Theil haben. In der monarchi-schen Regierungsform kömmt alles auf die wür-dige und weise Erziehung der vermuthlichen Thron-folger an, die man in unsern vernünftigen Zeitenimmer besser erwarten kann. Hierum haben alsodie Unterthanen Ursache Gott zu bitten; und in

der