das Verm. des Staats zubefoͤrdern. 335
Allein, in andern Reichen iſt es kein Zweifel, daßnicht ſowohl der Kronprinz, als alle andere Anver-wandten des koͤniglichen Hauſes unter die Untertha-nen zu rechnen waͤren; eben weil ſie von niemandanders, als bloß von der oberſten Gewalt im Reiche,Schutz empfangen.
*) Die Reiſenden ſcheinen zwar gleichfalls im LandeSchutz zu genießen. Allein, dieſer Schutz gruͤndetſich auf das Voͤlkerrecht; und den Hauptſchutz ha-ben ſie dennoch demjenigen Staate zu danken, deſſenwirkliche und beſtaͤndige Unterthanen ſie ſind, derſich auch ohne Zweifel ihrer annehmen wuͤrde, wiees deſſen Pflicht iſt, wenn ihnen in einem Lande,durch welches ſie reiſen, Gewalt und Ungerechtig-keiten zugefuͤget wuͤrden, ohne daß ſie von der Re-gierung dieſes Landes Huͤlfe erlangen koͤnnten. Zwarkoͤnnen die Reiſenden allerdings nach den Landesge-ſetzen beſtrafet werden, wenn ſie Verbrechen darin-nen begehen. Dieſes ſcheint alſo die Eigenſchaft derUnterthanen anzuzeigen. Allein nach allen geſundenBegriffen koͤnnen ſie nur ſolcher Verbrechen wegenbeſtrafet werden, die nach dem natuͤrlichen Geſetzeals eine Miſſethat und Unrecht erkennet werden koͤn-nen; und man haͤlt ſie vielmehr als Fremde zu Erſe-tzung des gethanen Unrechts und Schadens an, alsdaß man ſie als Unterthanen beſtrafte. Ich laͤugnenicht, daß man nicht in allen Landen wider durch-reiſende Fremde mit allen Arten von Strafen wirk-lich zu verfahren gewohnt iſt. Allein, es geſchiehtallemal mit Perſonen von geringem Stande. Wennes Perſonen von Betraͤchtlichkeit anbetraͤfe: ſo wuͤrdeman ohne Vorwiſſen und Mitwirkung ihres Landes-herrn niemals wider ſie verfahren koönnen. Dennman kann ohne in viele Paradora und ungereimteFolgen zu verfallen, nicht annehmen, daß ReiſendeUnterthanen des Landes ſind.
§. 324.
Es iſt demnach falſch, wenn einige behaupten, 6 8.daß die Geburt an und vor ſich ſelbſt jemand ſchon uns nicht zuzu Unterthanen.