Buch 
1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
Entstehung
Seite
371
JPEG-Download
 

gegen den Regenten und den Staat. 371

§. 355.

Um aber die gegebenen Geſetze und Befehle deſto Noͤthige Ein-beſſer in Erfuͤllung zu ſetzen, ſo muß die Verwal⸗ C“tung der innern Landesangelegenheiten auf das aller⸗ rum zu dieſemgenaueſte zuſammen haͤngen; und alle Landescollegia Endzwecke.ſowohl, als alle Bedienten, muͤſſen immer einanderunterworfen ſeyn, dergeſtalt, daß ſie endlich allevon dem hohen Generaldirectorio in innern Landes-angelegenhenen abhaͤngen. Ich werde den Nutzeneiner ſolchen Einrichtung in Anſehung der Verwal-tung der Geſchaͤffte ſelbſt in dem zweyten Theile aus-fuͤhrlich zeigen. Allein, auch die Erfuͤllung der Be-fehle und Anordnungen muß bey einer ſolchen ge-nauen Subordination ungleich mehr ſtatt finden, in-dem alsdenn immer ein Collegium und ein Bedien-ter dem andern Rechenſchaft geben muß, wie dieertheilten Befehle bewerkſtelliget worden ſind, dadenn der Mangel und die ſich ereignenden Schwie-rigkeiten ſogleich abhelfliche Maaße erlangen, unddie Nachlaͤßigkeit, oder der Ungehorſam beſtrafetwerden koͤnnen. Dahingegen, wenn die Landes-collegia einander nicht unterworfen ſind; ſo kannein Collegium, aus welchem der Befehl ergangeniſt, die einem andern Landescollegio unterworfenenBedienten auf keine andere Art zu ihrer Schuldig-keit anhalten, als daß es mit demſelben Collegiodaruͤber communiciret, welches wegen der gar ge-woͤhnlichen Eiferſucht und verſchiedenen Abſichtenderer Praͤſidenten, nicht anders, als mitgroßer Schwie-rigkeit und Zeitverluſt, geſchieht; ſo, daß man davoroͤfters erwaͤhlet, lieber ſtille zu ſchweigen, und dieSache gehen zu laſſen, wie es will.

§. 356.Wenn nun die Verwaltung aller Landesangelegen⸗ Art und Weiſ-heiten ſolchergeſtalt auf das genaueſte zuſammen wie den Befeh-a 2 haͤngt: