gegen den Regenten und den Staat. 3927
ſen Faͤllen ihrer Abſetzung zu unterwerfen. Alleinauch hier bleiben in Anſehung der Rechtmaͤſſigkeitſehr große Zweifel uͤbrig*¹).
**) Daß eine ſolche Erklaͤrung und Abſetzung ohnerichterliche Erkenntniß nicht geſchehen kann, iſtwohl keinem Zweifel unterworfen, weil die Hand-lungen des Regenten nothwendig vorher unterſu-chet, und ſodann beurtheilet werden muͤſſen, ob ſiein der That ſo beſchaffen ſind, daß ſie deſſen Abſe-tzung erfordern: und hierinnen beſteht eben ein rich-terliches Erkenntniß. Wer kann ſich aber einfal-len laſſen, ſolches den Staͤnden, oder dem geſamm-ten Volke uͤber ihren Regenten zuzuſchreiben. Dastraurigſte Beyſpiel einer ſolchen angemaßten richter-lichen Erkenntniß des Volkes uͤber ſeinen Regentenhaben wir an Carln dem erſten, Koͤnige von Engel-land, der nicht allein von ſeinen Unterthanen desThrones verluſtig erklaͤret, ſondern auch zum To-de verurtheilet, und wirklich hingerichtet wurde.Allein, es iſt auch gewiß, daß dieſe That in der Ge-ſchichte bis zu ewigen Zeiten ein großer ſchwarzerFleck unter ſo viel ſchoͤnen Abſchilderungen vondieſem geſitteten und vernuͤnftigen Volke bleibenwird.
*.) Diejenigen, welche ſich die Befugniß der Abſe-tzung durch einen beſondern Vertrag bedingen,verlangen ſich eines Rechtes anzumaßen, wel-ches dem Weſen der Republik gaͤnzlich entgegeniſt, und worzu ſie allenfalls, wenn es auch mitdem Weſen der Repubiib beſtehen koͤnnte, dieEinwilligung des ganzen Volkes, von dem ihrWahlrecht unſtreitig herruͤhret, noͤthig haͤtten.Sie laſſen ſich alſo etwas verſprechen, worzu ſiealles Grundes beraubet ſind, und was nicht inihrer Gewalt ſeyn kann; und daraus kann keinerechtmaͤßige Verbindlichkeit entſtehen.
§. 380.
Dahingegen kann man nicht laͤugnen, daß die 85Pflicht der Treue in Anſehung der Unterthanen auf⸗ n-hoͤret,