an dem Beſten des Staats zu arbeiten. 413
Pflicht niemals dem Nutzen des gemeinen Weſensganzlich entziehen koͤnnen; und mit einem ſo gutenEndzwecke wir auch eine geruhige und ſtille Einſam-keit erwaͤhlen: ſo werden wir doch allemal wider dieRepublik ſuͤndigen, wenn wir nicht derſelben bereitsgenugſame Dienſte geleiſtet haben. Dahero, ſo ſehrauch ein vernuͤnftiger und geſchickter Mann eineſtille Ruhe und Einſamkeit lieben moͤchte: ſo iſt erdoch, vermoͤge dieſer Pflicht, ſchuldig, alſobald zu kom-men, als ihn die oberſte Gewalt in dem Staate,wo er ein Unterthan iſt, berufet, um ſich ſeiner zumNutzen des gemeinen Weſens zu bedienen. UnſereGemuͤthsruhe und die daraus entſtehende Gluͤckſe-ligkeit, der Vorſatz Gott deſto vollkommener undohne Zerſtreuung zu dienen, die Bosheit und Ver-folgung, denen wir uns in der Welt ausſetzen muͤſ-ſen, alles dieſes kann zu keiner gegruͤndeten Ent-ſchuldigung, oder Einwurfe, dienen. Die Verfaſſungder Republiken, und die daraus entſtehenden Pflich-ten, ſind nicht weniger dem Willen Gottes gemaͤß,als die Pflichten, die wir dem allerhoͤchſten Weſenund uns ſelbſt ſchuldig ſind; und es iſt offenbarfalſch, daß dieſe Pflichten nicht neben einander be-ſtehen koͤnnen. Auch mitten in dem Getuͤmmel derWelt, und in Erfuͤllung unſerer Schuldigkeiten ge-gen die Republik, kann ein geſetztes Gemuͤth dietiefſte Eiferſucht gegen den großen Schoͤpfer, unddie zu ſeiner Verehrung und Dienſt erforderlichenPflichten beobachten. Man muß ſich nur nicht ein-bilden, daß uns Gott durch ſeinen Dienſt ein Geſetzhabe auflegen wollen, welches ſehr ſchwer und ohnegaͤnzliche Abziehung von der Welt nicht zu erfuͤlleniſt. Die Endzwecke der allerhoͤchſten Weisheit muͤſ-ſen auf die vollkommenſte Art mit einander uͤberein-ſtimmen. Wenn alſo die Einrichtung der Republi-ken ſeiner weiſen Abſicht gemaͤß iſt, wie man unmoͤg-lich