des Vermoͤgens. 453
ſchen ihren Endzweck erreichen ſehen, wenn ihnennicht das Gluͤck oͤfters auf eine wunderbare Art dieHand boͤthe.
*⁴) Viele Menſchen laſſen es zwar nicht an ihrem Vor-ſatz ermangeln, ein gutes Gluͤck in der Welt zu ma-chen, ja ſie ſetzen ſich eher zu viel als zu wenig vor;allein, ſie wiſſen ihre Eigenliebe dabey nicht in dengebuͤhrenden Schranken zu halten. Dieſe iſt garſehr geneigt uns eine ſchmeichleriſche Vorſtellung vonunſerm in der Welt zu hoffenden Gluͤcke zu machen;und ſie ermangelt gleichfalls nicht, uns mit den er-forderlichen Geſchicklichkeiten und Faͤhigkeiten auszu-ſchmuͤcken, die den Grund und Anfang darzu 18e.ben ſollen. In einem ſolchen Plane der Eigenliebe
ſind auch allemal die Mittel und Wege darzu ganzleicht; und alle Schwierigkeiten und Hinderniſſe, dieuns etwan einfallen, werden mit leichter Muͤhe alsbeſieget vorgeſtellet. In der That haͤlt es ſchwer,ſich vor dieſem verfuͤhreriſchen Plane der Eigenliebezu bewahren. Der Wunſch und die Begierde un-ſern aͤußerlichen Zuſtand zu verbeſſern, iſt gleichſamin unſere Natur gelegt; und was wir wuͤnſchen, ſindwir nur allzu ſehr geneigt auch zu hoffen und zuglauben. Daher geſchieht es auch, daß ſo viel An-ſchlaͤge zu einem kuͤnftigen Gluͤck ſo weit von ihremZiel abſchießen. Es iſt alſo ſchlechterdings noͤthig,daß man in einem ſolchen Entwurfe ſeines kuͤnftigenGluͤckes, oder zu erwerbenden Vermoͤgens die Mit-
wirkungen und Bewegungen der Eigenliebe, ſo vielmoͤglich, zu unterdruͤcken ſuchet.
§. 437.
Vor allen Dingen aber muͤſſen wir den Grund Man muß denund Anfang des Vermoͤgens, naͤmlich unſere Ge⸗ eſchicklichkeiten und bereits beſitzenden Guͤter, derge⸗ gens recht an-ſtalt anwenden, daß ſie unſern vorgeſetzten Endzweck wenden.in der That zu befoͤrdern im Stande ſind. DerGebrauch, den wir davon machen, muß allemalauf die Hauptſache gerichtet ſeyn, nicht aber aufNebendinge, die uns nicht allein von unſerm End-
Ff 4 zwecke
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