wande zuſer Bequen
Republik vorAugen haben.
484 Von dem vernuͤnftigen Gebrauche
haben: ſoiſt es doch vernuͤnftig, daß man auch hier-innen einen gewiſſen Unterſchied beobachtet. Die Ver-gnuͤgungen der Sinne ſind die entbehrlichſte Art derBequemlichkeit, die auf der aͤußerſten Graͤnze ſte-hen; und ſchon mit dem Ueberfluſſe viele Verwandt-ſchaft haben. Es wuͤrde alſo widerſinniſch ſeyn,wenn ſich jemand dergleichen Vergnuͤgungen der Sin-ne verſchaffen und dargegen ſich der, ſeinen Koͤrperund deſſen Unterhalt naͤher betreffenden Bequemlich-keiten entſchlagen wollte. Z. E. es wuͤrde mit derVernunft ſchlecht uͤberein ſtimmen, wenn jemand ei-nen koſtbaren Luſtgarten anlegen, oder eine angeneh-me Muſik beſtaͤndig bey ſeiner Tafel unterhalten,die Tafel ſelbſt aber nur nach der hoͤchſten Nothdurftmit Speiſen beſetzen wollte. Jedoch, da wir in An-ſehung der Bequemlichkeit keine beſondere Pflicht ha-ben: ſo iſt nicht zu laͤugnen, daß nicht jedermannbefugt ſeyn ſollte, in den Arten der Bequemlichkeitſeiner beſondern Neigung zu folgen, wenn dieſe Nei-gung nur ſonſt mit der geſunden Vernunft und deneinmal eingefuͤhrten unſchuldigen Sitten und Gebraͤu-chen(§. 462) üpberein ſtimmet.
§. 421.Allein, ob wir zwar in Anſehung der Bequemlich-
c. keit und des Wohlſtandes keine Pflichten gegen unskeit muͤſſen wirden Vortheil der
ſelbſt aufhaben: ſo ſtehen wir doch in einer allgemei-nen Verbindlichkeit gegen die Republik, unſer Ver-moͤgen neben dem gehoͤrigen Gebrauche, den wir da-von machen, ſo viel moͤglich, zu ihrem Nutzen an-zuwenden(§. 387.410). Wir ſind alſo allerdingsverpflichtet, keine ſolchen Arten der Bequemlichkei-ten zu erwaͤhlen, wodurch unſer Vermoͤgen, oderder groͤßte Theil deſſelben, der Republik ganz undgar keinen Nutzen leiſtet; oder den Gewerben auf be-ſtaͤn-