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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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des Vermoͤgens. 485

ſtaͤndig entzogen wird; und hierinnen muͤſſen wir al-ſo unſere Neigungen dem Vortheile des gemeinenWeſens allerdings nachſetzen(§. 390). Hierinnenwird gewiß am allermeiſten in der Welt gefehlet;und wenn die Menſchen ihre Pflichten beſſer vor Au-gen haben wollten; ſo wuͤrde nicht ſo viel Vermoͤ-gen auf koſtbare und uͤberfluͤßige Mobilien, auf Jagdund andere Luſtbarkeiten, auf Unterhaltung un-noͤthiger Pferde und anderer Thiere gewendetwerden.

§. 472.

Es wird ſich aber dieſe Pflicht deutlicher ergeben,.ba wir nunmehro auf die dritte und letzte Grundre⸗ feitgel kommen, die zu dem vernuͤnftigen Gebrauche des 11“Vermoͤgens noͤthig iſt. Dieſe beſteht darinnen: zes Staats an-Man muß ſein Vermoͤgen neben dem Aufwande zu wenden.unſerm nothduͤrftigen Unterhalte und den Bequem-lichkeiten des Lebens, auch zum Nutzen unſeres noth-duͤrftigen Naͤchſten und dem Vortheile der Republikanwenden. Die Schuldigkeit, die wir gegen dieRepublik in Anſehung der Anwendung unſeres Ver-moͤgens auf uns haben, iſt oben ſchon mehrmalengezeiget worden; und es iſt kein Zweifel, daß wirnicht auch verpflichtet ſind, daſſelbe alſo zu gebrau-chen, damit unſer nothleidender Naͤchſter dadurchunterſtuͤtzet werde. Die Abſichten des unendli-chen Schoͤpfers, die er in Anſehung ſeiner ver-nuͤnftigen Geſchoͤpfe und der Austheilung der Guͤ-ter genugſam geaͤußert hat, und das ungezweifel-te Naturgeſetze, daß wir von unſern Guͤtern nichtsals die Nothdurft und hoͤchſtens die Bequemlich-keit zu genießen befugt ſind, belehren uns allzudeutlich, daß wir den Genuß der Bequemlichkei-ten dieſes Lebens alſo einrichten ſollen, damit auch

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