5¹⁰ Von der Wirthſchaft
laͤßigkeit zum Deckmantel dienen, als daß ſie etwasgruͤndliches in ſich haben ſollten. Wenn jemanddas Branntweinbrennen als ein hauptſaͤchliches Nah-rungsgeſchaͤffte treiben will; ſo muß ſolches mit zweyBlaſen geſchehen, denn auf dieſe Art wird nicht nuran Holz viel erſparet, indem die eine Blaſe in be-ſtaͤndigem Feuer bleibt; ſondern man bedarf auchnicht die große Muͤhe des taͤglichen Scheuerns derBlaſe, indem die eine nur zum Uebertreiben des gu-ten Branntweins beſtimmt wird, wobey ſich wenigUnreinigkeiten anſetzen. Bey einer ſolchen Einrich-tung kann auch alle viertel Jahre eine Maſtung anRind und Schweinevieh geſchehen. Was aber dasGeſchaͤffte ſelbſt anbetrifft; ſo koͤmmt es auf einegute Vermiſchung der gemaͤlzeten und ungemaͤlzetenGetreidearten an. In Quedlinburg pflegt manzwey Theile Weizen, ein und ein halb Theil gemaͤl-zeten Rocken, ein und ein halb Theil ungemaͤlzetenRocken, ein und ein halb Theil ungemaͤlzete Gerſteund ein halb Theil gemaͤlzete Gerſte, nachdem jedesvor ſich auf der Muͤhle geſchroten worden iſt, zuſam-men zu ſetzen, und mit dem Ueberbleibſel in derBranntweinblaſe, das nach dem guten Brannt-wein und Nachgange darinnen uͤbrig iſt, dergeſtaltinnigſt durch Umruͤhren zu vermiſchen, daß keineKluͤmpe darinnen bleiben*). Hierzu wird alsdenneine Blaſe ſiedend Waſſer geſchlagen, und das Schrotabermals umgeruͤhret. Dieſe ſogenannte Maͤuſcheſtehen einige Stunden, da alsdenn der Kuͤbel mit kal-tem Waſſer erfuͤllet, und Hefen, oder Baͤrme, zurGaͤhrung hinein gethan, und abermals wohl umge-ruͤhret wird. Wenn die Gaͤhrung geſchehen iſt; ſowird es ſodenn zum erſten Uebertreiben in die Blaſegethan, daraus der ſogenannte Lutter, oder einſchwacher Branntwein, entſteht, der hernach in derzweyten Blaſe noch einmal uͤbergetrieben wird. Inder