in den Staͤdten. 509
Allein, ſo viel kann man ganz ſicher behaupten, daßman allenthalben ein gutes Bier brauen kann, dasandern guten Bieren im Geſchmacke ziemlich nahekoͤmmt; und wenn man Verſuche, Fleiß und Vorſichtanwendet: ſo koͤnnen Luft und Waſſer darinnen keineHinderniß machen. Denn man kann ja nicht laͤug-nen, daß das Waſſer ſelbſt durch Salz und andereZuſaͤtze verbeſſert werden kann; und wenn eine Ver-fahrungsart bey dem Bierbrauen mit der daſigen Luftund Waſſer nicht uͤbereinſtimmet: ſo wird ſich beyfleißigen Verſuchen ſchon eine andere finden, die der-ſelben mehr gemaͤß iſt. Es iſt alſo bloß der Nach-laͤßigkeit zuzuſchreiben, die vornehmlich den Stadt-raͤthen zu Schulden koͤmmt, wenn eine Stadt einſchlechtes Bier brauet: wie man denn genugſame Er-fahrungen hat, daß ein ſchlechtes Stadtbier durchFleiß und Bemuͤhung ganz anders ausgefallen iſt.
**) So lange es eine unumſtoͤßliche Wahrheit bleibenwird, daß einerley Urſachen auch allemal einerleyWirkungen hervorbringen muͤſſen; ſo lange wirdman auch ein mislingendes Bierbrauen nicht demZufalle, oder einer unbekannten Urſache, ſondernder Nachlaͤßigkeit derer damit beſchaͤfftigten Perſo-nen zuſchreiben muͤſſen. Denn wenn ihre Verfah-rungsart in allen Puncten und Umſtaͤnden allemalgenau einerley iſt: ſo kann es unmoͤglich fehlen, daßnicht auch allemal einerley Wirkung, und mithingutes Bier erfolgen ſollte.
§. 493.Das Branntweinbrennen iſt mit dem Bierbrauen ²) von dem8 Braͤnntwein-gar nahe verwandt, undes laͤßt ſich davon faſt uͤber⸗ brennen undall eben dasjenige behaupten, was wir bey dem Bier⸗ deſſen Einrich-brauen erinnert haben. Es kann den Staͤdten zu 88einer guten Nahrung diegen; wie denn in unſernGegenden Quedlinburg und Nordhauſen ein haupt-ſaͤchliches Nahrungsgeſchaͤffte darinnen ſinden; undauch hier herrſchen viele Vorurtheile, daß man nichtallenthalben einen guten Branntwein zuwege bringenkoͤnnte, die aber mehr der Unwiſſenheit und Nach-laͤßigkeit