Weinbau undden Fehlern da-bey.
512 Von der Wirthſchaft
3) von dem
und die Waͤrme iſt viel gleichmaͤßiger ausgetheilet,und mithin den Gewaͤchſen viel zutraͤglicher, alswenn man ſich der Oefen bedienet.
§. 494.
Der Weinbau kann gleichfalls als eine Neben-nahrung der Staͤdte angeſehen werden, wenn dienatuͤrliche Beſchaffenheit des Landes erlaubet, daßdarinnen ein guter Wein gezeuget werden kann.Vielleicht wuͤrden wir auch in vielen Gegenden vonDeutſchland einen beſſern Wein gewinnen, als derelende Landwein an den meiſten Orten iſt, wenn maneine beſſere Einrichtung dieſes Geſchaͤfftes machenwollte. Der Fehler liegt gemeiniglich daran, daßman reife und unreife Trauben, gute und ſchlechteGewaͤchſe, unter einander keltert, und noch darzudie Stiele der Trauben, die eine empfindliche Saͤurein ſich haben, und die Huͤlſen rein ausſtampfet.Wenn man die reiſen und guten Trauben beſondersund ungeſtampft auspreſſen wuͤrde: ſo wuͤrde derWein ungleich beſſer ausfallen; und das uͤbrigewuͤrde dennoch allemal guten Weineßig abgeben*²).Die Policey ſellte auch nicht geſtatten, daß man mitder Weinerndte ſo ſehr eilet, indem der Wein, nach-dem die Trauben einen Froſt ausgeſtanden haben,
allemal beſſer wird, wie in guten Weinlaͤndern die
Erfahrung genugſam gelehret hat**). Ob es aberrathſam ſey, den Wein ſo haͤufig zu pflanzen, daßder Wein das allgemeine Getraͤnke im Lande wird,das iſt eine andere Frage, die ich billig mit Neinbeantworte, weil das taͤgliche Weintrinken dem ge-meinen Volke zu vielen Ausſchweifungen Anlaß giebt,und ein ſchlechter Wein, deſſen ſich doch der Poͤbelallemal bedienet, der Geſundheit ſchwerlich zutraͤg-lich iſt. Nach vernuͤnftigen Grundſatzen, wenn derWein nicht ſtark außer Landes geht, ſollen nur dieGebirge,