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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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513
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in den Staͤdten. 513

Gebirge, die auf andere Art nicht wohl zu nutzen ſind,zum Weinbau angewendet werden.

*) Ich habe hiervon in dem dritten Theile der deutſchenMemoires etwas ausfuͤhrlicher gehandelt. Daß ſichaber der Weinbau ſehr verbeſſern laſſe, kann beſon-ders der Champagner Wein zum Beyſpiele dienen.Vor ein 70 bis 80 Jahren zeugete noch Champagnefaſt den ſchlechteſten Wein in ganz Frankreich. Al-lein mit einmal fiengen die Einwohner ihren Wein-bau dergeſtalt zu verbeſſern an, daß er diejenigeGuͤte und den beſondern Vorzug erlangte, in welchemer noch heutiges Tages ſteht. Auch der Ungariſche

Wein erhaͤlt bloß ſeine Guͤte durch die gute Wahlder Trauben und die ſorgfaͤltige Verfahrungsart da-mit. Allenthalben, wenn man alles unter einandernimmt, und keine Vorſicht dabey anwendet, wirdein ſchlechter Wein erzeuget.

**˙) Man muß ſich nicht einbilden, daß in Laͤndern, woman guten Wein bauet, die Natur ſolchen von ſelbſtohne kluge Bearbeitungsart der Einwohner hervorbringt. Nein! Aller Wein iſt von Natur nichteben vortrefflich; ſondern durch das wohl uͤberlegteVerfahren der Menſchen muß er gut werden. In-ſonderheit aber iſt es faſt bey allen feurigen undguten Weinen noͤthig, daß die uͤberfluͤßige Waͤßrig-keit davon weggebracht werde. An einigen Ortenbringt man zu dem Ende den neuausgekeltertenMoſt uͤber ein gelindes Feuer und laͤßt einen großenTheil der Feuchtigkeit davon wegduͤnſten. Dieſesgeſchiehet mit allen aufrichtigen Secten, mit demMadera und den meiſten griechiſchen Weinen. Anandern Orten erreichet man eben dieſen Endzweck,wenn man die beſten zu einem recht guten Weinebeſtimmten Trauben nach ihrer Reifung noch vieleWochen an dem Stocke haͤngen laͤßt, und die Ran-ken einknickt oder halb durchſchneidet, damit dieTrauben an dem Stocke ziemlich welk werden, in-dem die meiſte Waͤßrigkeit verduͤnſtet. Auf dieſeArt verfaͤhrt man mit dem Tockayer Weine.Hierdurch verduͤnſtet zugleich die Saͤure, die einfluͤchtiges Weſen iſt.

Staatsw. I Th. Kk§. 495.