Erklaͤrung,was Landguͤterſind.
526 Von dem Zuſammenhange
Doͤrfer anleget; ſo thut man meines Erachtenswohl, beyde Arten mit einander zu vereinigen, z. E.daß wenn ein Dorf aus 12 Bauerhoͤfen beſtehen ſoll,in jeder Reihe 6 Bauerhoͤfe und zwar jeder Bauer-hof 3 bis 400 Schritte von einander angeleget wer-den. Auf dieſe Art wird ein jeder ſeine Felder un-mittelbar hinter ſeiner Wohnung haben koͤnnen; derZwiſchenraum aber zwiſchen jedem Bauerhofe kannmit Haͤuſern vor bloße Haͤusler, Gaͤrtner und Coſ-ſaͤther bebauet werden, die hinter ihrem Hauſe nureinen maͤßigen Garten haben, das wenige Land aberdas man ihnen etwan zutheilet, von dem Dorfe et-was entfernt bekommen koͤnnen.
§. 507.
Eine ſolche Wohnung, ſie mag nun zerſtreuet,oder neben andern in Doͤrfern und Flecken befind-lich ſeyn, worzu Aecker, Wieſen, Weyde, Gaͤrtenund dergleichen Grundſtuͤcke gehoͤren, welche zu demEndzwecke des Ackerbaues und der Viehzucht mit be-noͤthigten wirthſchaftlichen Gebaͤuden verſehen iſt, undwelche mithin einen Zuſammenhang verſchiedenerGrundſtuͤcke zu einerley Endzweck ausmacht, wirdein Landgut genennet; oder man kann kurz ſagen: einLandgut iſt ein Zuſammenhang verſchiedener zu demEndzwecke des Ackerbaues und der Viehzucht mit ein-ander vereinigter Grundſtuͤcke. Denn ob zwar aufdem Lande oder bey einem Landgute noch verſchiedeneandere gemiſchte und Nebennahrungsgeſchaͤffte getrie-ben werden koͤnnen, und auch wirklich getrieben wer-den; ſo kann man doch in einer Erklaͤrung bloß aufdas Hauptwerk der Landnahrungsgeſchaͤffte ſehen;und dieſes iſt unſtreitig Ackerbau und Viehzucht.Es ſind auch verſchiedene Landguͤter mit beſondernvorzuͤglichen Rechten verſehen, als z. E. mit Dien-ſten, Zinſen, Lehen und Zehenten, mit der Gerichts-barkeit uͤber andere Landguͤter und Unterſaßen. Al-lein, alles dieſes iſt bloß etwas Zufaͤlliges, und ge-1 hoͤ-