der Landwirthſchaft. 555
dungen, das vornehmſte Augenmerk. Die Wal-dungen unterſcheiden ſich in den meiſten Gegendenvon Deutſchland in Ober⸗ und Unter⸗Holz. Wenndie Waldungen bey einem Gute wichtig ſind, ſo wer-den dieſelben in gewiſſe Abtheilungen, die Holzſchlaͤgeheißen, zu der Zeit, da ſie gefaͤllet werden, dergeſtalteingetheilet, daß man alle 12, 15 bis 18 Jahre mitdem Holzſchlage einmal herum koͤmmt. Das Un-terholz oder Buſchwerk, wird nach Schocken, dasOber⸗oder Stamm⸗Holzaber, nach Maltern, Klaftern,oder Faden geſetzet; und wenn man auf die Waldungeinen ordentlichen Jaͤger haͤlt; ſo iſt es beſſer, daſſel-be einzeln zu verkaufen; außerdem muß man esuͤberhaupt an einen Holzhaͤndler losſchlagen, wobeyaber geſorget werden muß, daß zu dem kuͤnftigenAnwachs auf dem Acker ein 20 bis 30 ſogenannteLaßreiſer ſtehen bleiben. Wenn aber die Wal-dung nicht ſo wichtig iſt, daß jaͤhrlich ein ordentli-cher Schlag am Stammholze zum Verkaufe gefuͤh-ret werden kann; ſo thut man wohl, ſich nur desUnterholzes nach obigen bemerkten Abtheilungen, be-nebſt etwas wenigem Stammholze, zum Gebraucheder Haushaltung zu bedienen; das Oberholz aberuͤberhaupt zu ſchonen, damit man in Nothfaͤllen aufeinmal ein anſehnliches Capital daraus ziehen koͤnne.Jedoch auch diejenigen Landguͤter, ſo mit gar keinenHolz und Waldungen verſehen ſind, ſollen ſich we-nigſtens bemuͤhen, an ihren Wieſen, Graͤſerey⸗Fle-cken und Aeckern durch Weiden⸗ und Baum⸗Pflan-zung ſo viel Holz jaͤhrlich zu erzeugen, als zur Haus-haltung noͤthig iſt. Dieſes erfordert der Grundſatz,daß man in der Landwirthſchaft allen baaren Geld-aufwand, ſo viel moͤglich, vermeiden muß, worin-nen ſonſt das Holz ein ſtark Capital ausmacht; unddas Stroh mit zur Feurung zu gebrauchen, iſt, inAnſehung ſeiner Nothwendigkeit, vor das Vieh und
zur