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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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557
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der Landwirthſchaft. 557

wilde Fiſcherey iſt in Seen, Stroͤmen und Fluͤſſen,wo die Fiſche in einem gewiſſen Reviere nicht erhal-ten werden koͤnnen; und hier iſt neben dem Gebrauchein der Haushaltung kein andrer Nutzen zu hoffen,als daß man den Fiſchern gegen ein gewiſſes jaͤhrli-ches Pachtgeld erlaubet, ihre Nahrung dadurch zuſuchen; wobey man ihnen jedoch die Art der zu ge-brauchenden Netze und Garne vorſchreiben muß.Die zahme Fiſcherey beſteht in Baͤchen, die verwah-ret werden koͤnnen, und welche gemeiniglich zumStande der Forellen ſehr dienlich ſind, vornehmlichaber in Teichen, welche, wenn man ſie wohl anzu-legen, und vor der Dieberey zu bewahren weiß,einen guten Vortheil abwerfen. Es muß aber einTeich einen guten fetten Boden und einen Zuflußvon friſchem Waſſer haben, abgelaſſen, und vor denwilden Fluthen verwahret werden koͤnnen; und kannman oͤfters einen ſumpfichten Boden, der einenBach in der Naͤhe hat, nicht beſſer als zu einem Teichenutzen*). Der Vortheil von einem Teiche, der 6bis 8 Acker groß iſt, belaͤuft ſich viel hoͤher, als die-ſer Grund auf Acker und Wieſe haͤtte genutzet wer-den koͤnnen; und ob zwar ein Teich alle acht Jahreausgegraben werden muß, welches ziemliche Koſtenverurſachet, ſo werden doch dieſelben durch die zwey-jaͤhrliche reichliche Erndte in demſelben und durch denfetten Schlamm, womit man magere Aecker verbeſ-ſern kann, großentheils wieder erſetzet. Uebrigensſollte man eigentlich drey Teiche haben, wenn manrechten Nutzen davon ziehen wollte, naͤmlich einenStreichteich, einen Streckteich, und einen Ge—waͤchsteich; allein dieſes leidet die Beſchaffenheitder wenigſten Landguͤter, und es wird alsdenn einbeſonderes Nahrungsgeſchaͤffte daraus, welches zubeſchreiben vor dieſe Blaͤtter zu weitlaͤuftig iſt.

*) Man