Von dem Ackerbaue. 569
§. 544.
Aus dieſer Urſache der Fruchtbarkeit laͤßt ſich auch Daraus iſ be-die Duͤngung mit dem Miſte und deſſen Wirkung bes ansfszeam beſten erlaͤutern; und die verſchiedenen wirth⸗ Fruchtbarkeitſchaftlichen Anmerkungen, die man bey der Duͤn⸗ vermehret.gung gemacht hat, ſtimmen damit vortrefflich uͤber-ein. Aller Miſt hat viel urinoͤſiſches und mithinfluͤchtiges alkaliſches Salz bey ſich, welches ſich de-nen Erdtheilchen durch die Unterpfluͤgung mittheilet,und ſie zur Fruchtbarkeit deſto geſchickter macht. Da-her iſt es eine Hauptwirthſchaftsregel, daß man denMiſt gleich nach der Zerſtreuung unterpfluͤgen muß,damit Sonne und Wind dieſe leicht aufſteigendenSalztheilchen bey der Austrocknung des Miſtes nichtin Bewegung bringen und verfluͤchtigen, welcheFurcht bey einem bloßen Unctuoſo ganz vergeblichwaͤre. Die hauswirthlichen Anmerkungen von demUnterſchiede des Miſtes geben eben dieſes an die Hand.
Man haͤlt den Schafmiſt fuͤr den fetteſten und beſten;und die Urſache davon iſt leicht einzuſehen, indemdie Schafe viel Salz bekommen, das mit ihremUrine wieder fortgeht; und weil der Schafmiſt folg-lich viele beſtaͤndige Salztheilchen mit in ſich ent-haͤlt: ſo kann man begreifen, warum es vornehm-lich den leimichten und thonichten oder lettichten Fel-dern gut thut, wie man angemerket hat. Denn die-ſen Feldern fehlet es eben an beſtaͤndigen Salzen, de-ren Einmiſchung ihre Erde muͤrbe und locker macht.Wenn man aber in Oeſterreich den Schafmiſt uͤber-haupt fuͤr eine ſchlechte und vielmehr ſchaͤdliche Duͤn-gung haͤlt*): ſo iſt meines Erachtens ein bloßesVorurtheil und der Mangel einer genugſamen Er-fahrung und Einſicht daran Urſache. Der Kuͤh-miſt iſt aus eben dieſem Grunde bey ſchwarzem undgrauem Erdreiche am beſten zu gebrauchen; denn die-ſe, welche beſtaͤndige Salze ſchon genugſam in ihrer
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