Von bem Ackerbaue. 577
zwar in Ansehung der Pflüge zu Verbesserung desAckerbaues in den Büchern von der Landwirthschaftverschiedene besondere Erfindungen vorkommen: sohat man sie doch nirgends dergestalt zum Gebrauchsangenommen, daß sie in einemWerke von dieser Arteine» besondern Betracht verdieneten. Wir wollenaber bey dem Pflügen die verschiedenen Felder zuniGrunde legen- und dasselbe etwas ausführlichesbetrachten»
§. zzi.
Weil dasWintergetrcide gemeiniglich in diesem- DvndemM,gen Felder bestellet wird, welche in dem vorherge- sc^zuc Winter«henden Sommer ihre Brach - oder Ruhe-Zeit ge.habt haben: so ist das Pflügen zu den Winterfrüch.ten und die Arbeit in den Brachfeldern gemeiniglicheinerley» Es geschieht aber das erste Pflügen zu denWinterfrüchten, welches Brachen heißt, in hiesigenGegenden gemeiniglich iM Iunio, welcher auch des-halb Brachmonat genennet wird; und zwar mußvorher alle Winterfeuchtigkeit aus dem Acker ausge-trocknet gewesen seyn; da es denn gut ist, wenn esbald nach einem mäßigen Regen geschieht, damit kei-ne allzugroße Stücken oder Schollen erbrochen wer-den» Derohalben soll man anch enge und tiefe Fur-chen ziehen; denn durch dasBrachen muß der Ackerzur künftigen Wintersaat eigentlich eröffnet und auf-geschlossen werden. Weil aber ein starker und fet.ter Acker nach dem Brachen gar bald mit Unkraute'zubewachsen pfleget, welches den Acker ohne Nuhenauszehret, und die Wirkung der Sonne und derLuft in demselben hindert: so muß kurz vor der Erndtsdas andere Pflügen geschehen, welches Wenden ge-nennet wird, und wobey man gemeiniglich den Mistunterpflüget. Kurz nach der Erndks nehmen guteHauswirthe das dritte Pflügen vor, welches Rüh-
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