580 Von dem Ackerbaue.
merung oder den Acker beſoͤmmern; und derſelbe mußzu dieſem Behufe nicht allein wohl gebrachet und ge-wendet und uͤberhaupt zart und muͤrbe zubereitet wer-den; ſondern er ſoll auch nach Einerndtung der Soͤm-merungsfruͤchte, wo es nur immer moͤglich, vor demPfluͤgen zur Winterſaat, noch einmal geruͤhret wer-den, damit dieſe Soͤmmerung an den Winterfruͤch-ten keinen Abfall verurſache. Jedoch iſt es in denwenigſten Gegenden thunlich, die Brachfelder ſol-chergeſtalt zu nutzen, und dieſelben ſogleich daraufmit Winterfruͤchten zu beſtellen. In die Brachfel-der wird auch gemeiniglich die Duͤngung oder derMiſt gebracht; und geſchieht die erſte Hauptmiſt-fuhre gemeiniglich zu Ausgange des Junii oder imJulio, wenn die Aecker allenthalben gebrachet, undnun das Wenden derſelben bald geſchehen ſoll, damiter bey dem Wenden untergepfluͤget werden kann.Die andere Hauptmiſtfuhre geſchieht im Herbſte,theils die Aecker zur Winterſaat, die bey der erſtenMiſtfuhre nicht geduͤnget werden koͤnnen, oder we-gen der Soͤmmerung nicht geduͤnget werden ſollen,theils aber auch die kuͤnftigen Gerſtenaͤcker, die esſehr noͤthig haben, mit Duͤngung zu verſorgen;wiewohl man es uͤberhaupt mit der Duͤngung einrich-ten muß, wie es der uͤbrigen Feldarbeit am wenig-ſten Hinderniß verurſachet. Die Staͤrke und Maaßeder Duͤngung muß der Landwirth nach der Nothdurftdes Ackers einrichten; jedoch iſt es beſſer maͤßig undalle drey Jahre zuduͤngen, als ſtark und ſelten*). Mangebrauchet ſich auch der Lagerung der Schafe auf denAeckern, oder des ſogenannten Hordenſchlages, zu ei-ner guten und nuͤtzlichen Duͤngung, den man ſon-derlich bey weit entlegenen Aeckern, nach welchen dieMiſtfuhren zu weit ſind, mit großem Vortheile an-wenden kann.
Hier-