Von dem Ackerbaue. 579
*) Alles dieſes Pfluͤgen geſchieht in Oberſachſen undſelbſt in denenjenigen Gegenden, wo das allerfette-ſte und ſchwaͤrzeſte, oder ein lettichtes und feſtesErdreich iſt, mit zwey Pferden. Es iſt dannenherounbegreiflich, warum man in Daͤnnemark, auch ſogar in ſandichtem oder doch zur Haͤlfte mit Sandeuntermiſchtem Erdreiche mit 6 bis 8 Pferden pfluͤget,wie ich faſt allenthalben daſelbſt bemerket habe. Ichhabe keine andere Urſache ausfindig machen koͤn-nen, als weil man daſelbſt ſehr breite, faſt einenFuß von einander abſtehende Furchen macht; da esdenn große Gewalt erfordert, das Erdreich bey ei-ner jeden Furche gleichſam von neuem zu brechenund aufzureißen; dahingegen wenn ſchmale Furchengemacht werden, das Erdreich ohne große Gewaltdurchſchnitten werden kann, weil die Seite, wo dievorige Furche gezogen iſt, faſt gar keinen Wider-ſtand thut, ſondern durch eine geringe Kraft durch-brochen und an die vorige Furche angeworfen wird-Meiues Erachtens bedarf es keiner großen Unterſu-chung, welche Art des Pfluͤgens unter beyden die vor-zuͤglichſte iſt. Bey breiten Furchen kann die Erdeſchwerlich ſo zart und muͤrbe genug werden, als eszur Fruchtbarkeit erforderlich iſt; und wer ſollte ſichwohl einfallen laſſen, die Unterhaltung unnoͤthigerPferde vor eine Landwirthſchaftliche Klugheit zuhalten,
§. 555.
Obgleich das Pfluͤgen in den Brachfeldern eben Von der Ar-dasjenige iſt, welches wir bey den Winterfeldern be⸗“ſchrieben haben: ſo iſt doch hier anzumerken, daß vornehmlichman einen Theil der Brachfelder, und beſonders die Soͤm-guten und fetten Aecker anzuwenden pfleget, um aller-ley Kuͤchengewaͤchſe und Fuͤtterung vor das Vieh,z. E. Kraut, weiße und gelbe Ruͤben, Erbſen, Lin-ſen und Wicken, desgleichen andere nuͤtzliche Pflan-zen zum Behufe der Commercien und Manufactu-ren; z. E. Hanf, Flachs oder Haare, wie es inOeſterreich heißt, Ruͤbſamen, Waid, Faͤrberroͤtheund dergleichen, zu erzeugen. Dieſes heißt die Soͤm-
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