Von dem AOckerbaue.
ben nach dem Ruͤhren oder Wenden dererjenigenAecker, auf welche Winterſaat kommen ſoll; undgleichergeſtalt pfleget man die Aecker zur Sommer-ſaat, die im ſpaͤten Herbſte geſtuͤrzet oder geſtoppeltwerden, im Fruͤhjahre ganz zeitig zu eggen, wel-ches beydes dem Acker gute Dienſte leiſtet. Nachdem Saͤen aber bedienet man ſich des Eggens, ſowohl um den Acker muͤrbe zu machen, um die Que-cken und anderes Unkraut darinnen zu zerreißen, alsvornehmlich um den Saamen in die Erde zu bringen,und gleichſam darinnen einzugraben, damit er deſtoeher keimen und Wurzel ſchlagen, auch vor denTauben und Voͤgeln bedecket ſeyn moͤge. DasWalzen iſt gleichfalls eine Feldarbeit, die den End-zweck hat, den Acker zaͤrter und muͤrber zu machen:jedoch bedienet man ſich deſſelben nicht ſo haͤufig beyder Winterfrucht, als bey den Sommerfruͤchten undder Soͤmmerung. Man kann daſſelbe am beſtennach einem durchdringenden Regen verrichten, wennes ein klein wenig wieder abgetrocknet iſt; denn inder Naͤſſe wuͤrde ſich das Erdreich an die Walze an-haͤngen; doch muß es noch dergeſtalt feuchte ſeyn,daß ſich die Erdkluͤmpe eſch die Walze wohl zer-kleinern laſſen.
§. 555.Ban zeh. Scen Nachdem nun ſolchergeſtalt der Acker zu demWrie deſetben Wachsthume der Pflanzen genugſam zubereitet wor-den; ſo geſchieht das Saͤen oder die Einſtreuung desSaamens ſelbſt. Hier muß nun ein guter Land-wirth zufoͤrderſt um vollkommenen und reinen Saa-men beſorgt ſeyn, der weder alt und verdorben, nochmit dem Geſaͤme des Unkrauts verunreiniget iſt, undpfleget man das Wintergetreide, beſonders den Wei-zen, im September, den Rocken aber gemeiniglich imOctober zu ſaͤen; das S Sommergetreide aber, wie esdie