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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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583
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Von dem Ackerbaue. 583

die Fruͤhlingswitterung zulaͤßt, jedoch dergeſtalt, daßder Haber gemeiniglich zuerſt geſaͤrt wird. DerSaame ſoll gleichmaͤßig auf den Acker ausgeſtreuetwerden. Zu dem Ende haben ſich gute Saͤeleuteeinen gewiſſen Gang und Wurf angewoͤhnet, undpflegen das Stuͤck Acker vorher zu uͤberſchlagen, wieviel Gaͤnge zu thun ſie noͤthig haben. Das Winter-getreide wird wegen des Maͤuſefraßes und andernSchadens etwas dicker geſaͤet, als das Sommer-getreide. Auf ein Morgenland von mittelmaͤßi-ger Groͤße rechnet man zu ſaͤen an Wintergetreidedrittehalb Viertel, und an Sommergetreide einenhalben Scheffel dreßdniſch Maaß, gegen welches einboͤhmiſcher Strich nur um den 16 Theil kleiner iſt.Einige pflegen das Getreide vor dem Saͤen mit einerLauge oder Miſtwaſſer, oder nur mit gemeinem Waſ-ſer einzuquellen; man hat auch verſchiedene Saͤema-ſchinen erfunden, darunter des Locatelli Saͤepflugam bekannteſten iſt; wie denn auch der EnglaͤnderTull eine Saͤemaſchine erfunden hat, die ungleichbrauchbarer ſcheint, als die vorigen Arten. Alleinin alle dieſe beſondern Umſtaͤnde koͤnnen wir unsnach der Abſicht des gegenwaͤrtigen Werkes nichteinlaſſen.

§. 556.

Nach dem Saͤen muß zwar der Landwirth das Was der Lond-Gedeyen der Feldfruͤchte hauptſaͤchlich der Witte⸗“rung und dem Segen Gottes uͤberlaſſen; denn es ſtehenden Fꝛuͤch-giebt nur wenige Gewaͤchſe, z. E. das Kraut, dem ten zu thun hat.man bey duͤrrer Zeit mit Begießen zu Huͤlfe kom-men kann, zu welchem Ende es gut iſt, wenn dieKrautlaͤnder eine ſolche Lage haben, daß das Waſ-ſer aus einem Fluſſe oder Bache, in darzu gemachte

Oo 4 Graͤben