Ueber den spanischen Thronfolgekrieg. ,z
„Damit aber England und die vereinigten Nieder-lande nicht durch den Besitz der spanischen Niederlandevon der Krone Frankreich beunruhiget würden, so bewil-ligte der König, dieselben mit aller Landesherrlichkeit demKurfürsten von Bayern zu überlassen, vor dessenMacht keiner von beyden Staaten Ursache hätte, sichsorgsame Gedanken zu machen. —"
Vortheilhafter für das HausBourbon wäre es frey-lieh nicht möglich gewesen, eine Theilung über die spani-sche Monarchie zu entwerfen. Schon der britannischeGesandte, da er diesen Theilungsvertrag schriftlich vonden französischen Staatsbedienten verlangte und erhielt,wachte gegen denselben, jedoch nur für seine Person,diese wichtigen Einwendungen. „Es wäre den verei-nigten Niederlanden nicht darum zu thun, daß die spa-nischen einen Oberherrn hatten, vor dem die Staatennicht Ursache hätten sich zu fürchten: sie wünschten sichvielmehr einen solchen Nachbar, auf dessen Macht siesich verlassen, und der ihnen auch eine sichere Vormauergegen eine der größten Mächte seyn könnte; diese Vor-theile könnten sie aber von dem Kurfürsten von BayernWcht erwarten. Allein da der älteste Prinz dieses Kur-fürsten von seiner Mutter und Großmutter starke RechteZu der spanischen Krone besitze, so würde es zum FriedenGuropens dienen, wenn der Kurprinz mit Uebergehungeines des österreichischen Prinzen auf den spanischen^hron erhoben würde: — so könnte sowohl die Ueber-wacht des Kaisers, als der Krone Frankreich, und desDauses Bourbon gehindert werden. — " Diese Ein-waren aber der Denkensart Frankreichs nichtM kN ^ wag auch seyn, daß Frankreich durch
t Heilung diesig Entwurfs nur die Gesinnungen desHonigs von Großbritannien, und denn der letztere diees erstern ausforschen wollte. Beyde zieleten auchwcht weit von ihrem Zwecke ab. Diese erstern
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