Ueber dc>, spanischen Thronfolgekrieg. »7
ihm niemals aufrichtig den Zustand seines Reichs; dieerlittenen Niederlagen seiner Völker, der Verlust vonFestungen und Landschaften in den Niederlanden, warenihm größkenkheils Geheimnisse. Man hörete ihn eins-mals den König von England/seinen BundSgenoß, überdie von den Franzosen gemachte Eroberung der FestungMons bejammern, in der Beredung VNons sey eineFestung in England. Jedoch fiel ihm der VerlustVon Barcelona, dieser so wichtigen Grenzfestung gegenFrankreich, sehr empfindlich. Ein Verlust, welchenman ihm unausweichlich anzeigen mußte, und der ihnauch desto mehr zu Annehmung des Ryßwikischen Frie-dens bestimmte. — Die sich auszeichnenden Schwach-heiten des Königs benutzten zwar die StaatSbedientenfür sich selbst so sehr sie solches wegen der Eifersucht ihrerGegner thun konnten, aber die Monarchie empfand hier«von den Nachtheil. Spanien war unter allen, von1688. bis auf den Frieden zu Ryßwik, gegen Frank-reich verbündeten Staaten der allerschwächste. Im-mer offenbarte sich Mangel an KriegSvölkern, Schiffen,Geschütze, Kriegsbedürfnissen, an Geld, an gutem Rath.2 « dem Kabinet walteten so wohl als indem Felde Miß-verständnisse, Zwietracht, Eifersucht. Die Großen desDeichs waren unter sich in Partheyen getheilt, die einearbeitete für Oesterreich, andere für Bourbon. Rang«süchtig, und die mehreren durch Pracht, übermäßigenAufwand, und durch unbelohnte Dienste verarmet, wa-ren sie nur so lang ihrer Parthey ergeben, als sie vonderselben mit Versprechungen und Gaben unterhaltenwurden. Alle wünschten sich eine baldige Veränderung,obgleich sie vorhersahen, wie so sehr unter derselben dasgemeine Vaterland werde gedrängt werden. — Kaumkonnte sich diese Monarchie in den letzteren JahrenKarls ll. durch ihre Bundsgenossen erhalten. Ein Be-weis von der äußersten Schwachheit Spaniens, undder Verlegenheit, in welche jeder neue Zufall, wenn evB auch